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Abenteuer Welt – One Spirit zu Gast bei den Karl-May-Festtagen Radebeul 2017

  Flagge Karl-May-Fest

Bereits zum 4. Mal durfte One Spirit Deutschland an den Karl-May-Festtagen Radebeul teilnehmen. Daher konnten wir unseren Stand in diesem Jahr mit einiger Routine aufbauen.

Er sah dieses Jahr aber auch besonders schön aus: Im Sommer 2016 hatte unsere Kassiererin Gaby Trümper die Pine Ridge Reservation in Süddakota besucht und war dort unter anderem kräftig shoppen gewesen. Aber in diesem Falle war es eine gute Tat: die Lakota haben für ihre Ohrringe, Ketten und Traumfänger einen fairen Preis bekommen, der ihnen einen kleinen Lebensunterhalt sichert. Viele Besucher waren auch gern bereit, einen höheren Preis für unsere Sachen zu bezahlen, wenn wir ihnen den Hintergrund erklärt haben: es handelt sich um Originalschmuck und viele Familien haben außer durch Schmuckverkauf keine Einnahmequellen. So war unser Stand in diesem Jahr wirklich reich geschmückt, denn wenn man einer Frau schon mal sagt: geh kräftig Schmuck einkaufen…

Stand One Spirit

In der Tat waren die bunten Kunstwerke ein häufiger Gesprächsanlass für die Besucher. Viele waren ob der bunten Farbgebung erstaunt oder bewunderten, wie filigran gearbeitet manche Stücke waren. Auch die Verarbeitung von Stachelschweinborsten begeisterte manchen Besucher- einige konnten gar nicht glauben, dass der weichgeklopfte und gefärbte Quill natürlich und nicht aus Plaste war!

Neben dem Verkauf des Kunsthandwerkes ergaben sich wie immer interessante Gespräche zur Situation der Indianer heute – viele drückten ihre Besorgnis über den Kurs der neuen Regierung der USA aus. Unter Trump wurde nicht nur sofort beschlossen, die Ölpipeline in Norddakota weiterzubauen- klar, eine seiner Holdings ist daran beteiligt- , auch verfolgt er Pläne, die Sozialleistungen gerade der Ärmsten –zu denen die Lakota ja gehören- um bis zu 50% zu kürzen. Uns ist aufgefallen, dass viele Besucher erstaunlich informiert waren und sich im Internet nicht nur über die Lakota und die Politik der USA, sondern auch über die Arbeit von One Spirit vor Ort informiert hatten und dann mit ganz konkreten Fragen zu uns kamen. Das hat uns sehr gefreut!

Es gab auch viele bekannte Gesichter und treue Besucher, die schon einige Schmuckstücke des Lakotakünstlers Robert Lee Apple von uns erworben hatten und vorbei kamen, um zu sehen, was es denn so neues gibt. In einem Fall wollte sich der das Portemonnaie hütende Ehegatte schnell am Stand vorbeischleichen, wurde aber im Laufe des Tages von der Ehefrau zurück zum Stand beordert, um die ausgesuchten Schmuckstücke zu bezahlen. Wir konnten ihn trösten, es sei ja für eine gute Sache …

Gleich nebenan hatten Elke und Holger Zimmer von der Leonard Peltier Support Group ihren Stand. Mit ihnen konnten wir uns in den wenigen ruhigen Minuten einmal austauschen und erhielten von ihnen die interessante Broschüre der Gesellschaft für bedrohte Völker über den aktuellen Stand der Indianerproteste gegen die Ölpipeline.

Stand Leonard PeltierUnser Nachbarstand

Aber es ging ja nicht nur politisch-schwermütig zu: das Motto "Abenteuer Welt" sollte den Besuchern ja die unterschiedlichen Welten und Kulturen, die Karl May bereist hatte, nahe bringen. So war denn auch am orientalischen Basar ein Geschichtenzelt mit Schattentheater aufgebaut, auf der kleinen Bühne gegenüber traten eine indische und eine Tanzgruppe aus dem Balkan auf und an den Essensständen gab es thematisch dazu passend orientalische Gerichte.

Auch in diesem Jahr gab es wieder das traditionelle Powwow, nur konnte es nicht wie gewohnt im Hohen Stein stattfinden, da dort ein Wanderfalkenpärchen 2 Jungtiere großzog und der Steinbruch aus diesem Grund gesperrt blieb. Auch gab es Auflagen, die sonst übliche Knallerei einzuschränken, was nicht nur die Ohren so manches Besuchers, sondern auch unseres Standhundes Leon erfreute. Der übliche Kanonendonner blieb aus und auch der Banküberfall im Fort Henry erfolgte nur mit wenig Pulverdampf und mehr Manneskraft.

Oneida TanzgruppeOneida-Tanzgruppe und Übersetzerin Kerstin Groeper

Der Ausweichplatz für das Powwow lag schattig mitten im Wald und schaffte eine gemütliche familiäre Atmosphäre, was bei Temperaturen um die 30 Grad nicht nur die tanzenden Indianer gut fanden. Es hatte sich wieder eine Abordnung der Oneida-Indianer unter ihrem Häuptling Ray Halbritter eingefunden Sie zeigten traditionelle und moderne Tänze. Nicht nur die Oneida, auch z.B. die Lakota zelebrieren das Tanzen. Es gibt heute in den USA große Powwows mit tausenden Teilnehmern in verschiedenen Kategorien und zehntausenden Besuchern. Den Siegern winken hohe Preisgelder bzw. manchmal auch Sachpreise wie ein Pferd oder ein Auto. Einige der gezeigten Tänze sind Tänze, die junge Männer am Vorabend eines Kriegszuges tanzten, um sich mental auf den Kampf vorzubereiten und deren Schrittfolge schon vor hunderten Jahren so getanzt wurden. Andere Tänze wurden „modernisiert“, werden heute z.B. viel schneller getanzt. All diese Informationen gab der Sänger und Trommelspieler der Oneida, während seine Leute die Tänze zeigten. Kerstin Gröper, die Autorin vom Indianerbuchverlag TraumFängerVerlag übersetzte wie immer mit Witz und sehr viel Wissen.

Ed Bryant

Ed Bryant


Der Künstler Ed E. Bryant stellte in diesem Rahmen die Kultur seines Stammes, der Tsimshian vor, wobei er einiges selbst auf Deutsch erzählte und damit Kerstin Gröper eine kleine Verschnaufpause beim Übersetzen gewährte.
Als Vertreter der jungen Generation trat Logan Staats, ein Mohawk aus Kanada, auf. Die Bandbreite seiner Lieder geht von Folk bis Rap, so daß er mit seiner Musik viele Geschmäcker getroffen hat. Wer sich einen Eindruck seiner Musik verschaffen will, kann unter diesem Link https://soundcloud.com/logan-staats mal reinhören.

Auch abends wurde den Besuchern noch einiges geboten. Im Rahmen der indianischen Filmnacht wurde zunächst ein Film von Andreas Kieling, Deutschlands bekanntestem Naturfilmer, gezeigt. Er fungierte in diesem Jahr als Schirmherr der Karl-May-Festtage und war anwesend und kommentierte seinen Film live. Der Schutz und die Bewahrung der Natur sind ihm ein wichtiges Anliegen, das er mit den Indianern teilt. Mit seinen tollen Filmen lässt er uns am Wunder der Schöpfung und an den Urgewalten der Natur teilhaben, ja in sie eintauchen und schafft es dadurch, die Menschen für Themen wie Umwelt- und Naturschutz zu sensibilisieren und zu begeistern. Viele Besucher konnten sich anschließend noch mit ihm fotografieren lassen oder ein Autogramm holen, bevor es mit indianischen Filmen weiterging.

Nachdem am Sonntag die traditionelle Sternreiterparade- die meisten Teilnehmer übernachten in Tipis bei ihren Pferden auf der Wiese  des Sternreitercamps und kommen dann durch den Lößnitzgrund direkt an unserem Stand vorbei, sodass wir sie schon vor der eigentlichen Parade bewundern können- den Tag offiziell eröffnet hatte und wie immer der Teilnehmer mit der weitesten Anreise vom Old Shatterhand der Landesbühnen Sachsen die begehrte Friedenspfeife erhalten hatte, erlebten wir an unserem Stand noch eine besondere Überraschung: Kerstin Orantek und Henry Kreul vom Karl May Haus Hohenstein-Ernstthal- über die Jahre hatten wir uns kennengelernt, sie waren so nett, immer mal Flyer von One Spirit zu verteilen-  besuchten uns am Stand und hatten ein besonderes Geschenk dabei:  Sie hatten im Mai geheiratet und da sie gleich nach der Feier zu ihrer Hochzeitsreise aufbrechen wollten, baten sie ihre Gäste, auf Blumen zu verzichten und stattdessen eine kleine Spende an One Spirit zu überweisen!! Wir hatten bereits vor den Karl-May-Festtagen 2 Überweisungen mit dem Betreff „Hochzeit Orantek“ auf unserem Konto gefunden und waren völlig ratlos und hatten an einen Irrtum geglaubt. Nun überreichte uns das frisch gebackene Ehepaar auch noch eine sehr schöne, vom Trauzeugen gebastelte, One-Spirit-Spendendose, in der es ordentlich klapperte. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Ehepaar Orantek für diese wunderschöne und großzügige Idee und sind nach wie vor baff, dass es Menschen gibt, die an einem Freudentag nicht nur an sich, sondern auch an andere denken. Den Gästen der Trauung danken wir für die reichlichen Spenden. Wir konnten knapp 140 Euro für den Bau des Büffel-Schlachthauses in die USA schicken. Wopila tanka und eine lange glückliche Ehe!! Und wir von One Spirit würden uns freuen, wenn diese Idee vielleicht Nachahmer finden würde… : )

Das Brautpaar Spendenbüchse
Das glückliche Brautpaar Die wohlgefüllte Spendenbüchse

 

Derart beseelt verbrachten wir den Sonntag bei bester Stimmung. Wir wechselten uns ab und konnten selbst über das Gelände streifen und Fort Henry oder die Western Stadt Little Tombstone besuchen, wo der Sheriff die Locci-Bande am Banküberfall hindern musste, im Saloon das Tanzbein geschwungen wurde oder auch Gold geschürft und Bogenschießen geübt wurde.

Nach einem langen heißen Tag wurde rasch zusammengepackt und traditionell ein chinesisches Abschlussessen (gut, Karl May war nie in China, aber es gibt zahlreiche Chinesen, die in seinen Werken auftauchen) eingenommen.

Wir haben wieder ein wundervolles Wochenende verbracht, konnten viele Menschen über die Lage der Lakota und ihr schwieriges Leben heute aufklären. Wir bedanken uns für interessante Gespräche, angeregte Diskussionen, neue Bekanntschaften, viele Fragen und Ideen und vor allem beim Kulturamt Radebeul mit dem Marktleiter Herrn Jeschick für die wunderbare Unterstützung und die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit!! Wir freuen uns schon auf die Karl-May-Festtage 2018!

 

Einige Impressionen:

Katharina im Gespräch Unser Stand

 

Bilder von der Reservation 

Interessierte Besucherin Unser Stand Leon, unser Standhund
Katharina im Gespräch Unser Stand Bilder von der Reservation Interessierte Besucherin Unser Stand Unser Standhund

 

Karl May Logan Staats Oneida + Logan Staats Oneidas  Besucher Make Native America Great Again
 Karl May Logan Staats  Oneidas + Logan Staats  Oneida Tanzgruppe  Besucher an unserem Stand  Dem ist nichts hinzuzufügen .....