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One Spirit unterstützt Sportprogramme für Jugendliche.


RAPID CITY, Süddakota:  Um 3.00 Uhr an diesem Morgen hatten wir -25 °C in Porcupine, Süddakota, auf der Pine Ridge Reservation. Darvis Weston saß in seinem Pick-up und ließ den Motor warmlaufen für den Fall, dass jemand eine Autopanne hätte oder anderweitig Hilfe benötigte. In einem solchen Fall hätte er gleich losfahren können, ohne noch lange den Motor aufzuwärmen. Und tatsächlich brauchte auch jemand seine Hilfe! Eine einsame braune Figur stapfte durch die Kälte. Der Mann war noch ca. 10 km von seinem Heim entfernt, als er auf Weston traf. Dieser brachte ihn mit seinem Pick-up nach Hause.

"Er war total durchgefroren," sagte Weston.

Weston ist einer von 10 freiwilligen Schutzengeln, die auf der Pine Ridge und der Rosebud Reservation helfen. "Wir helfen bei allen Problemen," sagte er uns. "Wir versorgen liegengebliebene Autofahrer mit Benzin, wir wechseln Reifen, wir schleppen liegengebliebene Autos bei -30 °C und darunter ab, insbesondere, da man bei solchen Temperaturen nicht lange auf einen Abschleppwagen warten kann, selbst wenn man das Geld hat, ihn zu bezahlen."

Die Schutzengel helfen auch bei der Versorgung von Verletzten und bei Feuer und Überschwemmungen. Sie helfen bei Unfällen, bei Beerdigungen und stellen auch bei Bedarf einen Sicherheitsdienst. Sie kontrollieren jeden Tag die Straßen auf der gesamten Pine Ridge Reservation um sicherzustellen, dass niemand, der liegengeblieben ist, ohne Hilfe bleibt. Sie leisten aber auch Hilfe bei der Strafverfolgung.

Sie hacken Holz und liefern es kostenlos an Älteste und Behinderte. Zu diesem Zweck haben sie kürzlich von One Spirit eine Motorsäge erhalten. Alle anderen Werkzeuge, Geräte und Fahrzeuge sind das jeweilige Eigentum eines Schutzengels. Sie machen das alles nicht, um Geld zu verdienen.

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Weston erklärte: "Wir machen das alles freiwillig, weil wir es gern tun. Wir helfen den Leuten, die solche Dienstleistungen nicht bezahlen können." Er fuhr fort: "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Stammesmitgliedern zu helfen und sicherzustellen, dass jeder sicher nach Hause kommt, insbesondere bei diesem kalten Wetter. Wenn Ihr Auto auf der Reservation liegenbleibt, zögern Sie nicht, uns anzurufen. Der Anruf kostet kein Vermögen. Es ist alles kostenlos und wird freiwillig erledigt."

Das Ganze begann vor 3 Jahren als Jerrold Mesteth nach Ende seiner Spätschicht von der Arbeit nach Hause fuhr. Die Temperatur lag unter 0 °C, sein Handy funktionierte nicht, es war nach Mitternacht und sein Auto blieb liegen. Andere Autos fuhren an ihm vorbei, aber keiner hielt an. Nachdem er eine gefühle Ewigkeit in der Kälte gestanden hatte, hielt schließlich ein Polizist an und Jerrold konnte seinen Cousin anrufen.

Nach dieser Erfahrung beschloß Mesteth, statt nach Hilfe zu suchen, selbst Hilfe anzubieten. Einen Monat später kaufte er einen Pick-up, eine Abschleppkette und einige Gallonen Benzin, die er bei sich deponierte, um Menschen in einer ähnlichen Lage helfen zu können.

Er fragte seinen Freund Eric Thunder Hawk ob er mitmachen würde. Das war die Geburtsstunde der Schutzengel. Innerhalb von 3 kurzen Jahren wuchs die Gruppe auf 10 engagierte Freiwillige an, die auf der ganzen Pine Ridge und Rosebud Reservation helfen. Man kann sie 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr anrufen.

Alle 10 Schutzengel haben früher im Polizeidienst gearbeitet. Einer von ihnen kommt aus Rosebud und die anderen 9 aus Pine Ridge. Sie haben nichts mit irgendwelchen Gangs zu tun.

"Wir machen das alles kostenlos. Wenn wir Sie nach Hause abschleppen und Sie möchten uns dafür Geld geben, geben Sie uns einfach so viel wie Sie können oder meinen, dass unsere Arbeit wert war. Wir geben es dann an Jerrold, er steckt das Geld ins Sparschwein und nutzt es, wenn wir z. B. Benzin kaufen müssen", sagte Weston. Außerdem fügte er noch hinzu: "Wenn Sie je auf die Reservation kommen und hier oder auch außerhalb Hilfe benötigen, rufen Sie uns einfach an. Wir können 24 Stunden am Tag erreicht werden. Viele von uns arbeiten in Schichten, daher brauchen Sie keine Angst zu haben, wenn Sie uns z. B. Nachts anrufen müssen. Und wie gesagt, es ist alles kostenlos."

Vor 3 Nächten blieb eine Frau mit ihrem Auto nachts um 1.00 Uhr auf der Rosebud Reservation liegen. Zu dieser Zeit hatten wir dort eine Temperatur von -26 °C. Einer der Schutzengel fuhr zu ihr und rettete sie.

Heute Nachmittag bringt er warme Jacken zu seinen Kollegen in den verschiedenen Bezirken, damit diese in Fällen wie bei der Frau in Rosebud gleich warme Kleidung bei einem Rettungseinsatz mitbringen können. Bei den Schutzengeln kann man auch warme Decken abgeben. Diese werden in ihrem Büro in Porcupine gelagert und auch draußen bei den einzelnen Engeln.

Jeden Tag erreichen sie Hilferufe. Jerrold Mesteth sagt dazu: "Wir sind immer da. Ihr seht uns vielleicht nicht immer, aber wir sind da und helfen."

Bericht von Liz Gauthier