Die gemeinnützige Gesellschaft „Everybody Solar“ sammelt Spenden für die Stromversorgung des Jugendzentrums.

Everybody solar

In der traditionellen Spiritualität der Lakota ist Wi eine der mächtigsten Kräfte oder Gottheiten – der Sonnengott. Wi werden Eigenschaften wie Mut, Wahrheitsliebe, Tapferkeit und Durchhaltevermögen zugeschrieben. Und wir von One Spirit fühlen uns heute so, als würde Wi uns ein Lächeln schicken: ein Lächeln, das uns Hilfe nicht nur für das Jugendzentrum, sondern für den ganzen Stamm der Oglala Lakota verspricht. Es kommt in Gestalt eines Hilfsangebots einer anderen gemeinnützigen Organisation – Everybody Solar- die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Hilfsorganisationen mit Solaranlagen zu versorgen, um damit einerseits Geld zu sparen und andererseits die Umwelt zu schützen.

Nun hat Everybody Solar damit begonnen, Spenden für das Allen Jugendzentrum zu sammeln, um es mit Solarenergie zu versorgen. Wenn dies gelingt, dann könnten wir die Spenden, die wir von Ihnen, unseren Unterstützern erhalten, endlich für Veranstaltungen und Ausstattung des Jugendzentrums benutzen und müssten sie nicht mehr in die Betriebskosten stecken. Außerdem könnten wir so auch den Gedanken des Umweltschutzes durch erneuerbare Energien den jungen Leuten näher bringen und –ganz wichtig- damit ist auch die Zukunft eines lebendigen, sicheren Ortes für Lakota-Jugendliche gewährleistet. Eines sicheren Ortes, an dem sie angstfrei, ohne Kontakt zu Alkohol und Drogen einfach mal Kind sein können, basteln, spielen, musizieren, Hausaufgaben machen und am Computer arbeiten können. Das Geld, das wir durch die Solarenergie an Betriebskosten sparen, könnte in eine Verbesserung des Angebots und der Ausstattung des Jugendzentrums gesteckt werden.

 Fancy Dancer Foto von Gudrun Georges

Sie als unsere treuen Unterstützer wissen, dass große Armut, Alkoholismus, Hunger und völlig unzureichende Wohnverhältnisse auf der Pine Ridge Reservation nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Die Säuglingssterblichkeit ist die höchste in den USA und die Selbstmordrate unter Jugendlichen übertrifft den nationalen Durchschnitt um ein Vielfaches. Daher braucht die Jugend aus Allen das Jugendzentrum für die Versorgung mit Lebensmitteln, moralischer Unterstützung, einem sicheren Platz zum Schlafen wenn benötigt, zur Unterstützung bei der schulischen und kulturellen Bildung und zur Beratung und Hilfestellung bei den harten Anforderungen, die das raue Umfeld der Reservation jeden Tag an sie stellt.

Diese Form der Unterstützung finden die Jugendlichen sonst nirgendwo auf der Reservation. Sie gibt ihnen die Möglichkeit, Gemeinschaftsgefühl und Erholung zu erleben, Essen zu erhalten und an nützlichen und schönen Kursen wie Musik oder Astronomie teilzunehmen. Gleichzeitig wird ihnen auch ihr kulturelles Erbe vermittelt und sie erfahren, dass es nichts Komisches ist, für das sie sich schämen müssten, denn im Jugendzentrum werden sie dazu ermutigt, sich mit Sprache und Tradition der Lakota auseinanderzusetzen und sie zu pflegen und zu respektieren. Das Jugendzentrum steht aber der ganzen Gemeinde zur Verfügung, nicht nur den Jugendlichen. In Anbetracht der großen Entfernungen und der spärlich vorhandenen Transportmittel ist das auch dringend nötig und wird geschätzt und angenommen, nicht nur für verschiedene Veranstaltungen (Weihnachtsfeier, Trauerfeier), sondern auch für Kurse und Veranstaltungen für Erwachsene. So trifft sich z. B. ein Nähzirkel regelmäßig in den Räumen des Jugendzentrums. Die Frauen tauschen sich aus, plaudern und nähen nebenbei Quilts, die sie dann verkaufen, um ein wenig Geld dazu zu verdienen.

Der Direktor des One Spirit Allen Jugendzentrums, Travis Thunder Bull und die ehrenamtlichen Helfer sind immer vor Ort, um für die Jugendlichen, die Hilfe benötigen, da zu sein. Sie tun dies in einer Gegend, in der 97% der Leute unter der durchschnittlichen Armutsgrenze leben und es hat leider den Anschein, dass die Situation unter der neuen Regierung in Washington noch schlimmer wird! Aus diesem Grund ist jeder Cent, den wir sparen und in das Angebot des Jugendzentrums stecken können, so wertvoll.

Daher ist das großzügige Angebot von Everybody Solar, Spenden für eine 16,5 kW Solaranlage zu sammeln, für uns eine großartige Gelegenheit, auch in Zukunft das Jugendzentrum zu unterstützen und sogar das Angebot verbessern zu können. Dies würde nicht nur der Lakota-Jugend, sondern dem ganzen Stamm helfen und sie auf ihrem Weg in die Unabhängigkeit und Selbstversorgung wieder einen Schritt voranbringen. Dieses stolze Volk verdient jede Unterstützung, die es kriegen kann, um aus sich selbst heraus zu wachsen und sich weiter zu entwickeln, ohne dabei ihr kulturelles Erbe opfern zu müssen.

 

Girl in the kitchen
Foto von: Gudrun Georges

Es ist offensichtlich, dass die Geldmittel, um das Jugendzentrum mit grüner Energie zu versorgen, nicht von staatlichen Stellen kommen werden – erst recht nicht in der momentanen Lage. Daher ist die Hilfe von Everybody Solar so essentiell. Für mehr Informationen über diese Organisation können Sie sich gern auf der Website www.everybodysolar.org: the Allen Youth Center Project informieren. Der Bericht über das Allen Jugendzentrum ist zur Zeit noch auf der ersten Seite (in englischer Sprache).

Sie als unsere treuen Unterstützer sind vermutlich etwas ermüdet, in unseren Berichten und Briefen immer wieder davon zu lesen, wie sehr wir uns um die Unabhängigkeit und Möglichkeiten für die Selbstversorgung der Lakota mühen. Vielleicht kommt da dieser frische Wind von Everybody Solar gerade recht, um Ihnen zu zeigen: Ja, zusammen können wir definitiv etwas bewirken und Dinge verändern.

In diesem Monat werden wir erstmals Lebensmittel in unsere Boxen packen können, die hier auf der Reservation angebaut wurden, u. a. Tomaten, Gurken, Kürbisse, Zwiebeln, Rüben, Rote Beete und Mais. Gesundes frisches Gemüse voller Nährstoffe, selbst auf der Reservation angebaut – gibt es ein besseres Beispiel für Selbstversorgung und Unabhängigkeit von staatlichen Almosen!

Demselben Ziel dient auch das Büffel-Schlachthaus. Wir befinden uns da auf den letzten Metern des Weges und hoffen auf eine baldige Inbetriebnahme. Es wird dann der erste und einzige von der US-Landwirtschaftsbehörde zugelassene Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb auf der Pine Ridge Reservation sein. Es wird die Versorgung mit einer gesunden und traditionellen Proteinquelle sicherstellen, Arbeitsplätze schaffen und –in der Zukunft- durch die Möglichkeit des Fleischverkaufes auch außerhalb der Reservation dringend benötigte Geldmittel erwirtschaften können.

Das war ein großartiger Monat voller Errungenschaften und Erfolge, die durch Sie, unsere Unterstützer, möglich gemacht wurden. Dafür ein großes und herzliches Dankeschön!

 

Lots of corn

Foto von: Bamm Brewer

Durch Ihre anhaltende Unterstützung für unsere Lebensmittel-, Jugend-, Feuerholz- und Sportprogramme  können wir die Lebens- und Gesundheitssituation der Lakota verbessern und ihnen zu mehr Selbstwertgefühl und Lebensfreude verhelfen. Die ersten Schritte in diese Richtung sind getan, die Infrastruktur wächst. Bitte bleiben Sie bei uns und gehen Sie mit uns Seite an Seite mit den Lakota weiterhin diesen Weg.

Momentan scheint für uns Wi, die Sonnengottheit, auf unseren Weg und gibt uns und den Lakota Kraft für den weiteren Weg.

Angeführt von Jeri Baker wollen wir alle von One Spirit uns heute ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie diesen Weg mit uns und den Lakota gehen!! WOPILA TANKA!