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Ganz egal, von welchem Standpunkt aus man die momentane Haushaltssperre der Regierung betrachtet, ob im Hinblick auf eine sinnlose Mauer an der Grenze (huch, jetzt habe ich meinen Standpunkt verraten) oder auf die gigantischen Kämpfe der Politiker untereinander:  es hat alles Konsequenzen für diejenigen Bürger, die zumindest teilweise auf Unterstützung durch die Regierung angewiesen sind.

Wir sollten alle in der Lage sein, uns zumindest auf diesen nicht-politischen Punkt zu einigen.

 

Govt Shutdown

Seit dem Ende der sogenannten Indianerkriege und der Verbannung der Eingeborenen auf Reservationen, die oft in wenig guten Gegenden für menschliche Ansiedlungen liegen, hat sich die US Regierung vertragsmäßig verpflichtet, sie mit Nahrung, Medizin und anderen lebensnotwendigen Dingen zu versorgen. Es ist offensichtlich, dass dieser Verpflichtung nicht ausreichend nachgekommen wird. Dies ist der hauptsächliche Grund für die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen wie One Spirit, die die staatliche Unterstützung ergänzen und teilweise sogar wegen behördlicher Inkompetenz Hilfen komplett ersetzen.

Wir bei One Spirit sind stolz auf unseren neuen Weg, Hilfe dergestalt zu geben, dass die Lakota in die Lage versetzt werden, sich selbst zu helfen. Dies ist uns nur durch Ihre großzügigen Spenden möglich. Mitten in der Haushaltssperre unserer Regierung, von der niemand weiß, wie lange sie noch andauern wird, wird unsere Rolle für die Lakota immer wichtiger.

In der Ausgabe der New York Times vom 01. Januar 2019 erschien ein gut recherchierter Beitrag der Journalisten Mitch Smith und Julie Turkewitz mit der Überschrift “For Native Americans, Shutdown Cuts Lifeline of Everyday Services.” (Für Indianer bedeutet die Haushaltssperre den Verlust der ständigen Unterstützung)
Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/politik/shutdown-usa-1.4281882-2

In diesem Artikel erwähnen die Autoren, dass 90.000 Indianer im ganzen Land zumindest einige Lebensmittel von der Regierung erhalten. Der Präsident der Potawatomi Nation im nordöstlichen Kansas, Joseph Rupnick, teilte ihnen mit, dass diese Läden in ein paar Tagen total geräumt sein werden. Er bezog sich mit seiner Aussage auf das Lebensmittelverteilzentrum des Stammes, etwas, das wir in dieser Art in 2019 auch auf Pine Ridge einrichten wollen. (In Pine Ridge soll es größer sein als das bisherige Verteilzentrum, von dem aus die monatlichen Lebensmittelboxen verteilt werden und darüber hinaus ständig Lebensmittel zur Verfügung haben.  Anm. d. Übersetzers). Er fuhr fort: "Sie legen die Regierung still, wegen der Bewilligung von 5 Millionen Dollar für eine Mauer. Ich brauche viel weniger Geld für unterschiedliche Dinge. Im Endeffekt werden durch solche Aktionen immer nur die bedürftigsten Menschen im ganzen Land getroffen."

Der Abgeordnete Markwayne Mullin, der zur Cherokee Nation gehört und den Staat Oklahoma als Republikaner im US Repräsentantenhaus vertritt, reichte im letzten Monat einen Gesetzentwurf ein, um den Indian Health Service (Gesundheitsdienst für Eingeborene) während einer Haushaltssperre der Regierung aufrecht zu erhalten. Bisher ist darüber jedoch noch nicht abgestimmt worden. Er sagt dazu: "Hierbei handelt es sich ganz klar um eine Verpflichtung der Regierung im Rahmen der mit den Indianern abgeschlossenen Verträge. Diese Einrichtung kann nicht mit einer anderen Behörde verglichen werden."

Das Innenministerium, zu dem das Büro für Indianerangelegenheiten gehört, muß während der Haushaltssperre 2.662 von 4.490 Angestellten beurlauben. Das bedeutet, dass die Grundversorgung für 1,9 Millionen Indianer und Inuit in etlichen Bereichen eingeschränkt wird.

Das Büro für Indianerangelegenheiten hält Gelder zurück, die dadurch den Stämmen für ihre Selbstverwaltung oder für die Bezahlung von Regierungsangestellten nicht zur Verfügung stehen. Einige dieser Regierungsangestellten sind Stammesmitglieder, deren Aufgaben sich von der Strafverfolgung über Katastrophenhilfe bis hin zur Lebensmittelhilfe erstrecken und denen sie jetzt aus Geldmangel nicht nachkommen können. Die Schuld daran liegt jedoch nicht bei den Indianern selbst, sondern es gibt einen ähnlichen Hintergrund wie z. B. beim Abfall, der in den Nationalparks rumliegt: über die unbeabsichtigten Konsequenzen seines Tuns denkt der Mensch nicht vorher nach.

Aaron Payment, der Präsident des Sault Ste. Marie Stammes erklärte wortgewandt: "Die Regierung schuldet uns folgendes: Wir haben eine Vorauszahlung in Form von Millionen Hektar Land geleistet. Wir haben kein Recht dazu, dieses Land zurückzunehmen, daher erwarten wir von der Regierung, dass sie die mit uns abgeschlossenen Verträge erfüllt und Verantwortung übernimmt."

Natürlich hoffen alle Amerikaner, denen ihr Land wichtig ist, und das umfaßt auch unsere indianischen Brüder und Schwestern, dass die Politiker einen Weg aus dieser Misere finden. Wir dürfen nie vergessen, dass es unter den Lakota und ebenso unter den anderen Stämmen viele stolze Veteranen gibt, die dem Aufruf, in die Armee einzutreten und für ihr Land zu kämpfen, immer gefolgt sind. Sie verdienen es, im Gegenzug von einer dankbaren Nation belohnt zu werden.

In der Zwischenzeit gibt uns diese Situation weiteren Antrieb, die One Spirit Programme fortzuführen und insbesondere das geplante Lebensmittelverteilzentrum auf der Reservation einzurichten, damit die Lakota in Zukunft unter derartigen Aktionen der Regierung nicht mehr leiden müssen.

Seien Sie versichert, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden,

um unsere Unterstützungsleistung gegenüber den Lakota während der Haushaltssperre noch zu erhöhen. Mit Ihren Spenden stehen und fallen unsere Aktivitäten und wir hoffen, dass wir rüberbringen können, wie wichtig Ihre fortgesetzte Unterstützung in unsicheren Zeiten ist. 

One Spirit dankt Ihnen. Die Oglala Lakota sagen "Wopila Tanka". Wir hoffen, dass diejenigen, die wir in unsere Regierung gewählt haben, genug Mitgefühl und Intelligenz haben, um die Versprechungen, die wir unseren indianischen Mitbürgern gegeben haben, auch zu erfüllen.

 
Jim Drevescraft
Freiwilliger

 

 

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