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DER CRAZY HORSE RITT

EINE INITIATION FÜR JUGENDLICHE DER LAKOTA

von Karyn Souza

Man sagt "Aus einem Funken wird ein wildes Feuer, aus einem Wassertropfen eine Welle". Genau das ist passiert, als Bamm Brewer, dessen Heimat die Pine Ridge Reservation ist, sich dazu entschloss, eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, um den Lakota Krieger Crazy Horse zu ehren.

Heute, d. h. 15 Jahre später, nehmen ca. 200 Jugendliche an diesem Ritt teil, der von Fort Robinson, Nebraska, wo Crazy Horse ermordet wurde, auf die Pine Ridge Reservation führt.

Symbolisch bringen die Reiter die Seele ihres gefallenen Häuptlings wieder zurück auf die Reservation, wobei ein reiterloses Pferd, das eine Adlerfeder in seiner Mähne trägt und dem Glauben nach unter der Führung von Crazy Horse steht, die Reiter anführt. Häuptling Crazy Horse wurde ermordet, nachdem er sich den US Streitkräften ergeben hatte, da der die Lakota vor fortwährenden Repressalien durch die Bundestruppen schützen wollte.

Crazy Horse Memorial Ride

Der 15. jährliche Crazy Horse Ritt beginnt am 3. Juni. Das diesjährige Motto ist "Im Gedenken an alle Veteranen". Am ersten Tag werden die Reiter 30 Meilen entlang des Crazy Horse Highways nach Chadron reiten. Sie werden von einer Polizeieskorte begleitet.

Am nächsten Tag geht es über eine Strecke von 18 Meilen nach Beaver Valley. Dies ist ein heiliger historischer Ort und einer der Lieblingslagerplätze von Crazy Horse. An diesem Platz wurde sein Körper zum letzten Mal gesehen.

Crazy Horse Ride

 

Hier werden die Jugendlichen zu dem Baum geführt, in welchem Crazy Horse bestattet wurde. Sie werden daran erinnert, wie hart er für die Kultur der Lakota gekämpft hat und sie verbringen hier eine traditionelle Nacht mit Zeremonien und Ehrungen.

 

Crazy Horse Ride

Nach einem Ruhetag machen sich die Reiter am vierten Tag auf die letzte Etappe, die 27 Meilen lang ist und auf die Pine Ridge Reservation führt.

Als Bamm Brewer mit dem Ritt begann, konnte er nicht absehen, dass dies einmal zu einer jährlichen Veranstaltung werden würde. Ursprünglich hatte er nur einen Ritt vor, da die Jugendlichen davon aber so begeistert waren, entschloss er sich zunächst, ihn viermal durchzuführen.

"Immer wenn die Lakota etwas auf heilige Weise tun, ist die Zahl 4 involviert", erklärt Brewer. "Daher wurde aus einer einmaligen Veranstaltung die Verpflichtung, den Ritt viermal durchzuführen." Nachdem der vierte Ritt vorüber war, versammelten sich die Teilnehmer auf dem Powwow-Gelände, wo die Ältesten und geistigen Führer sprechen. Brewer dankte allen und schloss mit den Worten: "Das war's. Wir haben den Ritt viermal durchgeführt. Es war toll!"

Von den Jugendlichen kam überwältigender Protest. "Soll das heißen, dass es vorbei ist? Nein! Das ist unser Leben! Wir freuen uns das ganze Jahr über auf diese Zeit im Jahr!"

Kids and Bamm
Brewer lies sich durch die Bitten der Jugendlichen überzeugen, den Ritt auch weiterhin regelmäßig durchzuführen. "So lange Ihr am Ritt teilnehmen wollt, werde ich ihn durchführen."

Die Jugendlichen haben ihm damit gedankt, dass es jedes Jahr ca. 160 Teilnehmer gab. Dadurch haben sie noch einen dritten Aspekt zum Crazy Horse Ritt hinzugefügt. Der Ritt ehrt immer noch die Veteranen und den Einsatz von Crazy Horse für die Lebensweise der Lakota, aber jetzt kommt als Drittes noch die Bedeutung einer Initiation für die Jugendlichen dazu.

Der Schlüssel für den derzeitigen Erfolg des Crazy Horse Ritts liegt bei den Jugendlichen, sagt Brewer. "Er tut der Jugend gut. Sie haben mit Armut, Banden, Drogen, Alkohol und allen Nebenaspekten, die daher kommen, zu kämpfen. Jugendliche, die Probleme mit Banden und ähnlichem haben, nehmen am Ritt teil. Er zeigt ihnen, dass es Alternativen gibt. Viele der Jugendlichen sind auf diesem Ritt gewachsen und er hält sie davon ab, auf den falschen Pfad zu kommen."

Crazy Horse Ride

Eine Generation ist mit dem Crazy Horse Ritt aufgewachsen, hält sich von Drogen fern, hat Erfolg in der Schule und in ihrem Erwachsenenleben.

Die Zusammenarbeit zwischen den Lakota und Gemeinden außerhalb der Reservation wurden zu einem wichtigen Teil der Veranstaltung. Es wurde auch schon gesagt, daß hierdurch aus allen Teilnehmern eine Familie wird. Wenn diese Teilnehmer, die an den Wert der Mission glauben, sich nicht großzügig einbringen würden, wäre eine Durchführung dieser großen Veranstaltung nicht möglich.

Kids and colt

NACH DEM RITT

Wir sind bereits dabei, hunderte Pferde für den Ritt vorzubereiten. 200 Leute mit allem zu versorgen und sich außerdem um die Teilnehmer und die Pferde während der viertägigen Veranstaltung zu kümmern, ist eine große Aufgabe. Während dieser 4 Tage erhalten die Jugendlichen individuelle, spirituelle und familiäre Unterstützung und dies ist täglich notwendig. Die große Frage, sowohl von den Jugendlichen als auch von den Erwachsenen ist, was passiert nach dem Ritt? Der 15. Crazy Horse Ritt benötigt Ihre Hilfe bei der Erfüllung seiner Mission.

Um den positiven Einfluss, den der Crazy Horse Ritt auf die Jugendlichen hat noch auszuweiten, hat Bamm Brewer ein Lager ins Leben gerufen, dass während des ganzen Sommers und auch Anfang des Herbsts geführt wird. Das Lager bietet den Jugendlichen ein drogenfreies Abenteuer, das Reiten und die Versorgung von Pferden, Teilnahme an den Little Big Horn und Badland Ritten, Rodeo-Vorbereitung für Interessierte sowie die Reparatur von Zäumen, Autos, Kochen, Putzen, ... beeinhaltet. Am Lager werden auch Stammesälteste teilnehmen und ihre Fertigkeiten und ihr Wissen an die Jugend weitergeben. Der Spaß kommt natürlich auch nicht zu kurz.

Das Crazy Horse Erlebnis ist Teil unserer Jugendkampagne. In diesem Jahr sollten wir unbedingt die Anstrengungen der Lakota unterstützen, das Leben ihrer Kinder zu ändern und in vielen Fällen ihr Leben zu retten, indem wir sie vom Selbstmord abhalten oder von den Verlockungen des Alkohols, der Drogen und der Banden.

T-Shirt