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Jetzt, wo sich das Jahr 2013 dem Ende zu neigt, möchte die One Spirit Familie alle Aktionen dieses
Füllen der Lebensmittelboxenvergangenen Jahres, die mit Ihrer Hilfe dazu beigetragen haben, den Lakota auf Pine Ridge neue Hoffnung zu geben, Revue passieren lassen.

Wir haben ein neues Laufprogramm über weite Distanzen gestartet und neue Wege gefunden, um Lebensmittel und Holz kostengünstiger zu den Empfängern zu bringen. Für das neue Jahr haben wir bereits weitere tolle Pläne. All dies ist nur möglich, durch Ihre Großzügigkeit. Egal, ob Sie Ihre Zeit zur Verfügung gestellt, ob sie Geld, Kleidung, Haushaltsgegenstände, usw. gespendet haben, wir sind sehr dankbar dafür, was Sie unseren Lakota Freunden Gutes getan haben.

Die 5 Lakota beim Sparta RennenUnser neuer Start beim Laufprogramm wurde begeistert aufgenommen und auch weithin über die Medien verbreitet. Wir begannen das Laufprogramm im Mai mit dem Erinnerungslauf zu Ehren der der Selbstmordopfer und der vielen Jugendlichen, die aufgrund vieler verschiedener Ursachen viel zu früh gestorben sind. An diesem Lauf beteiligten sich mehr als 400 Personen, von denen die meisten Kinder und Jugendliche waren. Die 5 Lakota (Amanda Carlow, Kelsey Good Lance, Alex Wilson, Nupa White Plume, and Jeff Turning Heart Jr.), unser Team, das ausgesucht wurde, One Spirit zu repräsentieren, inspirierte viele und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Arbeit von One Spirit und darauf, wie wichtig eine gesunde Lebensführung auf der Reservation ist. Nachdem die 5 Lakota zunächst im September am Sparta Rennen für gemeinnützige Organisationen in Vermont teilnahmen, klappte es in diesem Jahr mit ihrer Teilnahme am New York City Marathon Anfang November. Hierdurch halfen sie, mehr als 20.000 $ für das Jugendzentrum in Allen an Spenden zu erhalten. Das Laufprogramm wird fortgesetzt mit einem Lauf für das Leben in diesem Monat. Für das Jahr 2014 haben wir bereits viele neue und aufregende Pläne. Das Programm ist eine Inspiration für die Jugend und unser Trainer Dale Pine wird bereits mit vielen Anfragen von Jugendlichen überschüttet, die Teil des Teams One Spirit werden möchten. Über unser Laufprogramm wurde in den Fernsehsendern ESPN und ABC News sowie in den Zeitungen New York Daily News, Indian Country Today und der Lakota Country Times berichtet.

Das Lebensmittelprogramm bleibt unser aufwändigstes und teuerstes Programm. Um Geld zu sparen,
Kinder mit Lebensmittelnsind wir ab August dazu übergegangen, von Auslieferung auf Abholung umzustellen. Hierdurch können wir enorme Kosten sparen. Dieses gesparte Geld wird dafür verwendet, Lebensmittel für noch mehr Menschen zu kaufen. Natürlich beliefern wir auch weiterhin Senioren und Behinderte, für die eine Abholung nicht möglich ist. Zusätzlich zum monatlichen Lebensmittelprogramm haben Sie es mit Ihren Spenden geschafft, dass wir die unglaubliche Menge von 1000 Truthähnen für die Lakota Familien zur Feier des Erntedankfests kaufen konnten. Wir möchten uns an dieser Stelle auch bei unseren Lieferanten bedanken. Mit Blick auf das Jahr 2014 können wir Ihnen von unserem Plan berichten, eine Lebensmittelbank einzurichten, die das momentane Lebensmittelprogramm ersetzen soll, wobei aber die gleichbleibende Qualität der Lebensmittel gewährleistet werden soll. Wir hoffen, dass wir mehrere Zweigstellen dieser Lebensmittelbank auf der Reservation eröffnen können.

Während der strengen Winter in Süddakota ist es immer eine Herausforderung, die Wohnung zu heizen. Durch Ihre großzügigen Spenden für das Holzprogramm waren noch mehr Menschen in der Lage, im letzten Winter ihre Wohnungen zu heizen. Ebenfalls durch Ihre Hilfe war es One Spirit möglich, eine neue Säge, einen Holzsplitter und einen Klein-Lkw zu kaufen, um das Holz zu den Empfängern zu bringen. Die vorhandenen Klein-Lkws werden auch für das Lebensmittelprogramm genutzt.

Viele von Ihnen spenden großzügig an One Spirit und spenden auch über das Okini Programm. Hierbei handelt es sich um eine regelmäßig ergänzte Liste der dringend benötigten Kleidungsstücke, Lebensmittel und Haushaltsgegenstände. Sie haben Kleidung für Schulkinder und Senioren gespendet, Lebensmittel, wenn einzelne Familien überhaupt nichts mehr zu essen hatten sowie Decken, Toilettenartikel, Küchenutensilien und viele andere im Haushalt wichtige Dinge.

Fahnenträger beim Crazy Horse RittInsbesondere für die Jugendprogramme war es ein aufregendes Jahr. Am jährlichen Crazy Horse Ritt im Juni nahmen 300 Reiter teil. Hierbei handelt es sich um einen Übergangsritus für Jugendliche, bei welchem sie 4 Tage lang ihr Pferd führen und für es sorgen, den Geschichten und Erzählungen der Senioren zuhören und die Geschichte ihres Volkes lernen. Das Schutzhaus in Manderson bietet Platz für ca. 20 Jugendliche, die eine Betreuung und Hilfe brauchen, egal, ob für ein paar Tage oder Jahre. Während sie hier sind, gehen die Jugendlichen in die Schule, lernen traditionelle Lakota Fähigkeiten und beschäftigen sich mit ihrer Kultur in einer drogenfreien Umgebung. Diese wichtige und einzigartige Erfahrung können sie nur durch Ihre Hilfe machen. Zusätzlich freuen wir uns schon auf den Baubeginn für unser neues Jugendhaus in Allen.

Ohne Ihre tatkräftige Unterstützung könnte keines dieser Programme existieren. Durch Ihre Güte und Großzügigkeit kann das Leben der Lakota auf der Pine Ridge Reservation verändert werden. Sie ernähren hungrige Kinder, heizen die Wohnungen der Senioren und helfen den Eltern bei ihren überwältigenden finanziellen Problemen, in dem Sie Schulkleidung und –material für ihre Kinder schicken. Dadurch, dass Sie Ihre Zeit und Ihre Mittel zur Verfügung gestellt haben, konnten diese wichtigen One Spirit Programme Realität werden. Aber am wichtigsten ist, dass Sie Hoffnung gebracht haben. Durch Hoffnung wird der Geist der Lakota wiederbelebt und er wird ihnen den Weg zeigen, wie man in einer traditionellen Kultur und trotzdem in der modernen Welt leben kann.

Sie haben es wieder geschafft

Am Freitag dieser Woche werden 1100 Truthähne auf der Reservation angeliefert und an die Familien und Senioren verteilt, die sie am dringendsten brauchen.

Außerdem werden wir 8 Truthähne an die Gemeinschaftsküche auf der Rosebud Reservation liefern als Teil des Weihnachtsessen für Obdachlose und weitere 10 den Reitern zur Verfügung stellen, die am Ritt für die zukünftigen Generationen (Oomaka Tokatakiya), dem früheren Big Foot Ritt, in der Zeit vom 22. – 28. Dezember 2013 teilnehmen.

Box mit eingefrorenen Truthähnen

Als Teil des Lebensmittelprogramms werden außerdem 2.700 kg Kartoffeln, 900 kg Zwiebeln, 900 kg Möhren, 450 kg Sellerie sowie Äpfel Orangen, Cranberrysauce und andere Zutaten ausgeliefert.

Vielen Dank für alles, was Sie im Dezember und während des ganzen Jahres gespendet haben. Wir freuen uns jetzt darauf, im Laufe des nächsten Jahres auf der Reservation Lebensmittelbanken einzurichten und bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen, da Sie uns dieses Vorhaben mit Ihren Spenden überhaupt erst ermöglichen.

Geben, erhalten und danken
von Dawn Brown Eyes

Als ich jung war, wurde es im Winter so kalt, dass wir Fenster und Türen mit Müllsäcken und Decken abdeckten und trotzdem nicht verhindern konnten, dass der kalte Wind in die Wohnung kam. Ich freute mich immer auf die Feiertage, weil da immer viel los und ich beschäftigt war, so dass ich nicht ständig an die Kälte dachte. Meine Mutter nahm uns immer zu Geschenkverpackungstreffen mit. Sie sagte, wir haben zwar kein Geld, aber wir können uns nützlich machen.

Geschenke einpackenDies betraf zum Beispiel Spielzeug. Es gab hunderte gespendeter Spielzeuge und riesige Rolle Geschenkpapier und Tesa. Die Geschenkpapierrollen waren länger als ich und hatten ca. 90 cm Durchmesser. Wir zogen das Papier hieraus und rissen es ab, so wie man es bei Frischhaltefolie macht. Das hat richtig Spaß gemacht, einfach abreißen, verkleben und beschriften. Auf dem Päckchen gaben wir an, ob es für einen Jungen oder ein Mädchen gedacht war und für welches Alter, also z. B. Mädchen 4 – 6, Mädchen 7 – 9, Mädchen 10 – 11, ... Beim Einpacken versuchte ich immer mir vorzustellen, wer wohl dieses Geschenk gespendet hat und wie reich man eigentlich sein muss, um einfach so Geschenke für Leute zu kaufen, die man noch nicht einmal kennt. Ich überlegte auch, was wohl die Kinder dieser Leute geschenkt bekommen würden. In kürzester Zeit hatten wir so hunderte von Geschenken verpackt. Es war dann immer schon sehr spät und Zeit, nach Hause zu gehen.

Später in dieser Woche gab es eine große Party. Es gab Süßigkeiten und Strümpfe und wir stellten uns dafür nach unserem Alter in einer Schlange an. Wir hatten sehr viel Spaß. Viele Kinder waren anwesend und natürlich auch der Weihnachtsmann.

Kerze im Schnee

Meine Mutter und meine Großmutter besuchten beide die Holy Rosary Catholic Boarding School in Pine Ridge, Süddakota und lernten dort, immer schön "Bitte" und "Danke" zu sagen. Aber einige meiner Verwandten hielten nichts davon, "Danke" zu sagen, da man ihrer Meinung nach im Himmel belohnt würde und wenn man vorher Dank erfuhr, man diese himmlische Belohnung verlieren würde. Ich meine, man kann sowohl hier als auch im Himmel belohnt werden, aber ich respektiere andere Meinungen.

Wir leben nach den Gesetzen der Natur und man hat uns beigebracht, in der Natur nach Antworten zu suchen. Ich glaube, was ganz natürlich kommt, ist z. B. ein Lächeln und sind Gedanken. Mir musste man auch beibringen "Danke" zu sagen und meine Gefühle in Worte zu fassen. Als Mutter habe ich festgestellt, dass es ziemlich schwierig war, meinen Jungen beizubringen, ihre Gefühle in Worten auszudrücken. Vielleicht liegt das aber daran, dass ich hier selbst noch am Lernen bin. Daher kann man sagen, wir lernen voneinander. Gefühle und Ahnungen haben für uns nach wie vor großen Wert und wir stehen durch unsere Gedanken, unsere Herzen und die Nutzung der rechten Gehirnhälfte miteinander in Verbindung. Allerdings kommen die Wörter aus der linken Gehirnhälfte, daher müssen wir üben, unsere Gefühle in Worte zu fassen.

Ich gehöre jetzt auch zu den Senioren und ich respektiere und umarme beide Welten und denke, dass ich meine Belohnungen sowohl auf dieser Erde als auch in der Welt der Geister erhalten werde. Ich bin zum Ausgangspunkt zurückgekehrt und habe festgestellt, dass man nicht reich sein muss, um etwas zu geben. Als Kind habe ich meine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt, da man mir sagte, dass es richtig wäre, dies zu tun und außerdem hat es mir Spaß gemacht. In unserer Kultur bekommen wir beigebracht, dass es immer eine Balance geben muss. Ich lehre meine Söhne, dass es immer eine Balance zwischen ihrer rechten und ihrer linken Gehirnhälfte geben muss und auch ihr Geben und Nehmen ausbalanciert sein muss. Ich gebe viel und gerne, da ich auch sehr viel bekomme. Wenn ich anderen etwas gebe, bekomme ich vor allem das Gefühl der Verbundenheit zurück. Ich liebe dieses Gefühl und die Erinnerung an das kleine Mädchen, das Geschenke einpackte, seine Vorfreude auf die Weihnachtsparty und seine Träume.

Als Erwachsene habe ich gelernt, meine Gefühle in Worten auszudrücken und möchte Ihnen daher an dieser Stelle Dankeschön sagen, für alles, was Sie tun! Ihre Spenden, Gebete und Mitarbeit sind Teil eines großen Wunders und diese Wärme kommt bei vielen an.

Vielen herzlichen Dank !!!
Dawn Brown Eyes

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest. Egal, wie Sie es feiern, wir hoffen, dass Sie viel Spaß und Freude haben werden. Ebenso senden wir Ihnen unsere besten Wünsche für das neue Jahr in der Hoffnung, dass Sie, Ihre Familie und auch die Lakota viel Freude haben werden.

Wopila Tanka – Ein herzliches Dankeschön an Sie alle.

Die One Spirit Familie