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Neue Erfahrungen für Jugendliche auf beiden Seiten

Bericht eines unserer Sponsoren

John Selvaggio unterstützt ONE Spirit seit vielen Jahren. Als Einwohner von New York City, wo er auch einen Hot-Dog-Stand führte, hat er sich immer an Wohltätigkeitsveranstaltungen beteiligt. Jetzt, nachdem er in Rente gegangen ist, verbringt er seine Zeit damit, Baseball Ausrüstungen für die Jugendlichen auf Pine Ridge aufzutreiben und eine jährliche Spende zu machen. Seine selbstlose Hilfe ist eine große Unterstützung für Jugendliche auf der Reservation, die dringend eine Möglichkeit zur Erholung brauchen. Seine letzte Spende hat er höchstpersönlich zusammen mit einem Austauschstudenten, der gerade bei seiner Familie wohnt, überbracht. Diesen Bericht haben wir von ihm erhalten:

Nachdem wir die Reservation erreicht hatten, hielten wir mit unserem Wohnmobil zunächst in Manderson, da wir Wasser brauchten und außerdem fragen wollten, wie wir am besten zum Safe House kommen. Während wir noch warteten, kam ein Mann zu uns und begrüßte uns. Es stellte sich heraus, dass es Billy Jumping Eagle war, der bereits davon erfahren hatte, dass wir angekommen waren. "Sieht so aus, als würden die Buschtrommeln noch funktionieren," meinte John lachend. Wir fuhren mit Billy zur ersten Abladestelle, wo wir die Hälfte der Spenden ausluden. Darunter befanden sich auch einige Kleider für den Abschlussball in der Schule.

Donated sports gear in front of house

"Die Fahrt war ein voller Erfolg. Nico (unser 19jähriger Austauschstudent) erlebte eine Reise, die ihm die Augen öffnete, da er in eine Welt kam, die nur wenige selbst erleben."

Als Nächstes wollten wir zu Bamm Brewer fahren. Er war jedoch nicht zu Hause, sondern nahm an einer Zeremonie teil. John rief daraufhin eine Frau an, die in seinem Softballteam spielte und sie beschrieb ihm, wie er zu seiner Garage fahren mußte, wo dann die Softballs entladen wurden. Anschließend trafen wir uns mit Dale Pine, der die restliche Baseball Ausrüstung erhielt.

"Dale war sehr nett. Er hat alles angenommen, was wir noch übrig hatten (und das war immer noch sehr viel Material). Er rief 10 verschiedene Trainer in 5 Orten (Manderson, Red Shirt, Pine Ridge, Kyle und einem weiteren) an und sie kamen alle, um ihre Sachen abzuholen. Insgesamt haben wir 110 Schläger, 125 Handschuhe, 4 Markierungssets für die Stationen, 10 Sets Schutzkleider für die Fänger, mehrere Dutzend Paar Sportschuhe, Kleidung, Jacken, Uniformen, 50 Helme sowie über 300 Baseballs und 150 Softballs. Es war fast unheimlich, wie diese ganze Ausrüstung von so vielen Leuten und so verschiedenen Orten zusammenkam und sich zum Schluss herausstellte, dass nichts fehlte und wir auch nichts zu viel mitgebracht hatten."


Ein Traum wird WirklichkeitSunset

John war sehr bewegt von der Freundlichkeit, mit der er und seine Familie empfangen wurde. "Dale fragte uns, wo wir als nächstes hin fahren möchten und wir erzählten ihm, dass wir Freunde in Red Shirt besuchen wollten. Er bot uns an, vorauszufahren, um uns den Weg zu weisen. Wir folgten ihm bis zu seinem Haus in Red Shirt. Dort konnten wir unser Wohnmobil anschließen und duschen. Nico beschloß, im Wohnmobil zu schlafen und wir anderen kamen bei Dale unter. Das war eine besondere Erfahrung für uns, dass wir von ihm als eigentlich total Fremde dazu eingeladen wurden, bei ihm zu übernachten. Dann erinnerte ich mich daran, dass wir vor genau 6 Jahren von eben diesem Grundstück aus zu den Badlands geschaut hatten. Damals war das Grundstück noch leer und stand zum Verkauf. Damals hatte ich zu Linda gesagt, es sei mein Traum, hier zu leben und den Sonnenuntergang und auch den Sonnenaufgang über den Black Hills zu beobachten. Plötzlich wurde mein Traum wahr. Dale hatte genau das Stück Land gekauft, dass ich liebte und ein Haus darauf gebaut. Was passierte dann? Wir beobachteten jeden Abend, wie die Sonne unterging und anschließend die Sterne erschienen. Einmal schaffte ich es, rechtzeitig aufzuwachen, so dass ich den Sonnenaufgang beobachten konnte. Dieser war genauso spektakulär.

Crazy Horse Monument

Am nächsten Tag machten wir uns auf, das Crazy Horse Monument zu besuchen. Es war sehr lustig, altbekannte Orte plötzlich mit neuen Augen zu sehen. Hier draußen sind die Leute so freundlich und herzlich. Wir entdeckten eine Gruppe von Reitern, die mit ihren Pferden ca. 1 Meile entfernt von unserem Standplatz ihr Lager aufgeschlagen hatte und beschlossen, mal zu schauen, wer das war. Sehr schnell stellte ich fest, dass viele von ihnen die roten ONE Spirit Crazy Horse Ride T-Shirts trugen und wusste sofort, dass dieses magische Ereignis hier seine Fortsetzung fand. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Gedenkritt zu Ehren der Veteranen handelte, der von Marvin Goings und den Slim Butte Reitern angeführt wurde. Es war allerdings klar, dass sich vorher viele der Reiter am Crazy Horse Ritt beteiligt hatten. Sie nahmen uns in ihrer Gruppe auf und fragten Nico, ob er auch einmal reiten wolle. Er sagte, er habe es noch nie versucht, daher zeigte ihm einer der Jugendlichen, wie man mit einer Hand in die Pferdemähne fasst und sich dann auf den Pferderücken schwingt, auf dem nur eine Decke liegt. Innerhalb kürzester Zeit ritt Nico allein ohne jegliche Hilfe. Sie freuten sich über unsere Spende und luden uns ein, am nächsten Tag mit ihnen zu kommen auf ihrem Weg zurück nach Crazy Horse, wo eine Feier zum 4. Juli stattfinden sollte.

Die Entstehung wertvoller Freundschaften

Am nächsten Tag trafen wir Dale wieder, der uns dem Rest seiner Familie vorstellte. Darunter waren auch seine Tochter Cassara und sein Sohn Alex, der bereits diverse Laufwettbewerbe in Süddakota gewonnen hat und heute Teil des ONE Spirit Teams ist, das in diesem Jahr wieder am New York Marathon teilnehmen wird. "Alex und Nico sind in kürzester Zeit enge Freunde geworden und ich denke, dass er in Alex einen Freund für's Leben gefunden hat. Nico und Alex haben einen Tag damit verbracht, auf Pferden um die Wette zu reiten während Dale uns zum Museum und in die Schule von Red Cloud mitnahm. Dieses war der 3. Tag in Folge von dem Nico zu uns sagte, es sei der Beste in seinem Leben." Nico erhielt außerdem die Möglichkeit, einen ortsansässigen Ältesten und seine Familie zu besuchen und mit ihnen zu sprechen.

TrailrideJohn und seine Familie trafen schließlich Bamm und verbrachten einige Zeit mit seiner Familie, machten Ausflüge per Pferde in die nähere Umgebung und fotografierten die Büffel, die sich auf Bamms Grundstück befinden. "Er erzählte uns Geschichten aus der Vergangenheit seiner Familie und sprach auch über seine Pläne für die Zukunft. Es war ein toller Tag." Später hörte John dann noch etwas, was ihm weniger gefiel und das überraschte ihn doch sehr:

"Ich hatte KILI Radio (Sender auf der Pine Ridge Reservation) eingeschaltet und hörte einen Beitrag über eine wichtige Angelegenheit, über die alle Unterstützer von ONE Spirit Bescheid wissen sollten. Es wurde mitgeteilt, dass der Stamm schwerwiegende finanzielle Probleme hat und dass sich ab dem 1. Juli während der ersten 2 Wochen dieses und aller folgenden Monate niemand wegen finanzieller Unterstützung, mit Ausnahme dringender medizinischer Hilfe oder in Todesfällen, an den Stamm wenden soll. Dies gilt ausnahmslos. Daher ist die Hilfe von ONE Spirit notwendiger denn je und jeder, dem dies möglich ist, sollte die Lakota soweit wie irgend möglich unterstützen. Es ist unfassbar zu beobachten, dass Leute ihre Käsezuteilung auf der Straße verkaufen, nur damit sie genug Geld haben, um etwas Benzin zu kaufen. Ich mag gar nicht daran denken, was im kommenden Winter auf die Leute zukommt."


John hat recht. Aufgrund der Zwangsverwaltung wurde die Bereitstellung von Geldmitteln massiv eingeschränkt. Dies führte zu einer ernsthaften finanziellen Krise auf der Reservation. Vor ein paar Wochen veröffentlichte das Aspen Institut einen Bericht mit Einzelheiten über die Krise unter folgendem Titel: Zwangsverwaltung: Die Auswirkungen auf die am meisten gefährdete Bevölkerungsschicht: eingeborene Jugendliche. Mehr denn je sind Lakota-Familien jetzt auf Hilfe von außerhalb der Reservation angewiesen. In dieser schwierigen Zeit können Sie dadurch helfen, dass Sie eine einzelne Familie sponsorn, sie mit dringend benötigten Dingen versorgen (Okini-Liste) oder eine einmalige oder feste monatliche Spende an uns senden. Hier gibt es dazu nähere Informationen. Haben Sie ähnlich kreative Ideen wie John? Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Sie sich bei uns und wir helfen Ihnen weiter.