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Bericht über unsere Teilnahme am Karl-May-Fest 2014 in Radebeul

Team One Spirit Deutschland

Katharina Schacht, Barbara Kull, Gabriela Trümper, Monika Fitzner, Bryan Liers

Nach Gründung des deutschen Ablegers von One Spirit USA ist es jetzt natürlich wichtig, den Verein bekannt zu machen. Hierzu boten sich die jährlich stattfindenden Karl-May-Festtage in Radebeul an, da dort ja mit Besuchern, die am Thema Indianer interessiert sind, zu rechnen ist. Die Festtage sind überregional bekannt und ziehen jedes Jahr Zehntausende Indianistik- und Wild-West-Begeisterte an. Also nahmen wir schon im vorigen Jahr Kontakt zu den Veranstaltern auf, ob eine Teilnahme möglich sei. Zu unserer großen Freude wurde uns Unterstützung zugesagt und die Erlaubnis erteilt, einen Infostand aufzumachen.

Unsere Vorstellung war ja zunächst, dass wir uns mit Camping- oder Tapeziertisch ausgestattet aufstellen. Zu unserer Überraschung und großen Freude wurde uns aber eine abschließbare Holzhütte (mit Strom!) kostenlos zur Verfügung gestellt. Das bedeutete eine sehr große Erleichterung für uns.

Trotzdem gab es im Vorfeld noch einiges zu organisieren und es blieb spannend bis zum Beginn des Festes. Bryan Liers, Barbara Kull und Gabriela Trümper trafen sich zunächst am 29.05. (Himmelfahrt) bei Katharina Schacht in Dresden. Das Wetter war den ganzen Tag über ziemlich schlecht, so dass wir zunächst einmal noch schriftliche Unterlagen für unseren Stand fertigten (Antrag auf Mitgliedschaft, Spendenbescheinigungen, ...) sowie eine Infomappe erstellten. Ralf Strohmeier, der leider nicht dabei sein konnte, hatte die Idee dazu. In dieser Infomappe sind die einzelnen Programme von One Spirit (Lebensmittelprogramm, Holzprogramm, Jugendprogramme) ausführlicher als in unserem Flyer beschrieben und es gibt auch mehr Bildmaterial. Sie hat uns während der Tage in Radebeul gute Dienste geleistet.

Nachdem sich das Wetter gegen Abend verbesserte, sind wir noch in die Altstadt von Dresden gefahren und Katharina hat uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gezeigt und erklärt. Beschlossen wurde dieser erste Abend mit einem eigens für uns von Bryan gekochten Curry. Bryan, vielen Dank für ein leckeres Essen!

Prüfung InfomappeAm Freitag, den 30.05.2014 trafen wir uns zunächst noch einmal bei Katharina und luden alles Material, das wir auf dem Stand brauchen würden, in 2 Autos. Außerdem hofften wir, dass die bei der Druckerei bestellten Flyer noch rechtzeitig ankommen würden. Das ging fast schief, da wir die Klingel nicht hörten, als der Paketdienst kam. Zum Glück ist eine liebe Nachbarin aufmerksam geworden und hat uns mit der Annahme des Pakets gerettet. Dann kam noch ein weiterer spannender Moment, als wir das Paket öffneten: wie würden die Flyer wohl aussehen? Bisher hatten wir sie nur als pdf-Datei gesehen. Hier konnten wir ganz beruhigt sein: sie sind wirklich ganz klasse geworden und sehen sehr professionell aus.

Auch ein Banner mit unserem Logo sowie Bügelfolien mit unserem Vereinslogo für T-Shirts kamen noch gerade rechtzeitig, sodass wir das Gefühl hatten, dass wir doch etwas Unterstützung von oben hatten und jemand wollte, dass die ganze Unternehmung gut verläuft.

Unsere NachbarnAnschließend machten wir uns auf den Weg zum Festgelände. Auf dem Platz herrschte, wie zu erwarten, das absolute Chaos, da sämtliche Händler schwer damit beschäftigt waren, ihre Buden aufzubauen. Wir mussten unseren Stellplatz in dem Durcheinander aber erst einmal finden! Im Festbüro erfuhr Katharina dann, dass wir eine Holzbude bekommen, was uns sehr gefreut hat. Diese Buden waren alle mit Nummern versehen, die allerdings sehr klein an der Seite angebracht (keine schreiend große Leuchtreklame!) und daher nicht so einfach zu entdecken waren. Nachdem wir fündig geworden waren, luden wir schnell unsere Autos aus und brachten sie außerhalb auf einen Parkplatz.

Aufbau BudeDann begann die Feinarbeit mit Dekoration, Aufhängen des Banners und auch der Beantwortung erster Fragen bezüglich One Spirit. Wir hatten zur besseren Illustration der Kultur und Traditionen der Lakota von Gaby Trümper traditionell gefertigte und bestickte Mokassins dabei. Diese erweckten das Interesse vieler Besucher und waren Anfangspunkt einiger Gespräche. Wir konnten die handwerklichen Fähigkeiten der Lakota aber auch sehr gut an dem Originalschmuck, den wir von einem indianischen Künstler von der Pine Ridge Reservation hatten, zeigen. Besonders die Ohrringe aus Stachelschweinborsten überraschten die Besucher; viele wollten genaueres über die Herstellung etc. wissen.

Wir stellten außerdem fest, dass wir vom Festkomitee einen thematisch sehr passenden Standplatz erhalten hatten; wir waren sozusagen im indianischen Teil des Festivals eingeordnet. Rechts neben uns stand ein Händler für Alpakawolle, der auch ein paar seiner Tiere dabei hatte, und links von uns befand sich der Stand der Oneidas, an dem traditioneller Schmuck und T-Shirts mit Motiven von Künstlern dieses Stammes verkauft wurde. Gegenüber gab es Stände südamerikanischer Indianer sowie eine kleine Bühne, wo sie traditionelle Musik und Tänze vorführten.

Erste BesucherErste Besucher waren auch schon auf dem Gelände und wir kamen ins Gespräch mit Leuten, die bereits selbst auf Pine Ridge waren und die Verhältnisse kennen. Wir verteilten etliche Flyer und nahmen die ersten Spenden ein. Unter den Besuchern an unserem Stand war auch die Autorin Kerstin Groeper, die historische und zeitgenössische Romane über Prärieindianer schreibt und über ihren Verlag (Traumfängerverlag) auch indianischen Autoren die Möglichkeit gibt, in Deutschland ihre Bücher zu vertreiben. Sie hatte auch einen Stand beim Fest und moderierte die Veranstaltungen auf der Bühne am Hohen Stein. Wir hatten einige sehr schöne Gespräche mit ihrem Mann und werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben.

Am Samstag, den 31.05.14 war es den ganzen Tag angenehm sonnig und warm. Wir führten viele interessante Gespräche mit Besuchern, erklärten die Programme von One Spirit, auch mit Hilfe der Infomappe, verteilten viele Flyer und erhielten auch einiges an Spenden. Heute war auch Monika Fitzner dabei und so wir waren jetzt personell vollständig. Da es keinen Sinn machte, zu fünft in unserer Bude zu sitzen (und sie dafür auch zu klein war), waren immer 2 von uns unterwegs, schauten sich um, besuchten die einzelnen Veranstaltungsorte wie Fort Henry oder die Westernstadt Little Tombstone, sprachen mit anderen Händlern und knüpften Kontakte.

Bryan und Monika

Oberhalb unseres Standes am sogenannten Hohen Stein war eine Bühne für Veranstaltungen eingerichtet. Hier tanzten die Oneida und ließen die Besucher an ihren Geschichten und Traditionen teilhaben. Es gab Diskussionsrunden und abends wurden Filme von und über Indianer gezeigt, z. B. zeigten die Oneida Animationsfilme, die auf ihren Legenden beruhen (z. B. über Schildkröte, Frosch und Biber).

Sonntag, 01.06.14
Die Nacht war sehr kalt und auch tagsüber blieb es deutlich kühler als am Vortag. Aber es regnete nicht und das war wichtig!

Los ging der Tag mit der Sternreiterparade, bei der alle Besucher, die zu Pferd angereist waren, noch einmal zusammen über das Festgelände ritten. Die Reiter, die die weiteste Wegstrecke zurückgelegt hatten, bekamen von Winnetou und Old Shatterhand eine kleine Friedenspfeife überreicht.

Auf dem Gelände waren heute noch mehr Leute als am Vortag unterwegs und es ergaben sich wieder etliche interessante Gespräche, so zum Beispiel auch mit dem Karl May Museum in Radebeul. Über das Interesse an unserem Verein und die Aufgeschlossenheit haben wir uns sehr gefreut und hoffen, dass sich aus diesen Kontakten eine Zusammenarbeit ergibt, die beiden Seiten etwas bringt.

Fazit: Dies war unsere erste Präsentation von One Spirit Deutschland e. V. in der Öffentlichkeit. Wir sind der Meinung, dass es sehr gut gelaufen ist. Wir haben viele Flyer verteilt und gute Gespräche mit interessierten Besuchern geführt. Jetzt müssen wir abwarten, ob und wie viele Leute sich auf unseren Flyer hin bei uns melden, für die Lakota spenden oder vielleicht auch Mitglied in unserem Verein werden.

Unser ganz besonderer Dank gilt den Veranstaltern der Karl May Festtage Radebeul und unserem direkten Ansprechpartner, Herrn Jeschick, für die Möglichkeit, unseren Verein zu präsentieren und Spenden zu sammeln und vor allem für die kostenlose Bereitstellung der Holzhütte.

Ohne diese hätte der Freitagabend für uns durch das schlechte Wetter im Desaster geendet und die ganze Aktion wäre gefährdet gewesen. Herzlichen Dank!!!

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