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Konzert von Mitch Walking Elk im Karl-May-Museum Radebeul

 Mitch beim Auftritt

Am 21.08.2015 war One Spirit Deutschland mit einem Infostand bei dem Konzert von Mitch Walking Elk im sommerlichen Garten des Karl-May-Museums in Radebeul dabei.

 

Unser Stand im Karl-May-Museum


Auf der Veranda der Villa Bärenfett - der Tisch stammt noch von Patty Frank! - durften wir unsere Flyer, die Infomappen und die Postkarten mit den wunderschönen Motiven des Lakotakünstlers Robert Lee Apple aufstellen. Als Decke diente der selbstgenähte Quilt von Gaby. Das Geländer war geradezu ideal, um unsere Programme in Kurzform auszuhängen. Schon beim Dekorieren des Standes mit Schmuck von der Pine Ridge Reservation kamen einige interessierte Besucher und stellten Fragen.

Doch zunächst stand der großartige Künstler Mitch Walking Elk von den Cheyenne-Arapaho im Mittelpunkt. Der Singer-Songwriter hat ein bewegtes Leben hinter sich, von der Jugend in Boarding Schools über Gefängnisaufenthalte bis hin zu seiner Mitgliedschaft im AIM und dem Kampf für die Rechte der Indianer in Amerika. Seine Botschaften und Erlebnisse verpackt er in seine Lieder. Die Musik ist sehr abwechslungsreich, reicht von gefühlvollen Balladen über sozialkritische Rocksongs bis hin zu von der Trommel begleiteten Traditionals. Auch Blues und Folkrock findet sich in seinem Repertoire. Er gewann schon einige amerikanische Musikpreise.

 

Publikum beim Konzert

 

Nach der offiziellen Begrüßung der Gäste durch die Museumschefin Frau Kaulfuß eröffnete Mitch den Abend mit einigen erklärenden Worten zum Ablauf traditioneller Gesänge mit Trommelbegleitung. Übersetzt wurde von Anne Barnitzke vom Karl May Museum. Mitch erklärte mit einem Schmunzeln, er habe schon gemerkt, dass die Europäer sehr auf die traditionellen „Heya-Gesänge“ der Indianer stehen würden, aber er hätte heute Abend auch anderes Liedgut dabei. Nach den Traditionals wurde es dann auch schnell rocklastig; seine Gitarre musste einiges aushalten. Nach ca. 45 Minuten brauchte Mitch dann eine Pause und die Leute hatten die Möglichkeit, die Ausstellung „Indianer Nordamerikas“ zu besuchen. Dabei kamen sie unweigerlich an unserem Stand vorbei und es entspannen sich schnell Gespräche über die Arbeit von One Spirit und die Lage auf der Reservation. Viele standen –mit Bratwurst und Bier- auch ganz entspannt vor den Aushängen mit unseren Programmen in Kurzform mit vielen aktuellen Fotos. Es zeigte sich, dass einige Besucher One Spirit sogar schon kannten und recht gut über die Arbeit / die Programme informiert waren. Das hat mich einerseits überrascht, aber natürlich auch sehr gefreut! Die Postkarten von Rob kamen sehr gut an, auch seine Quill-Ohrringe wurden bestaunt. So füllte sich die One-Spirit-Spendenbox und der Flyerstapel wurde rasch kleiner.

Mitch singt traditionellNach der Pause begann Mitch mit einigen sehr schönen Liebesliedern, um dann in das Bluesfach zu wechseln. Die Stimmung im Publikum wurde immer beschwingter, es wurde mitgeklatscht und Mitch erhielt für seine Songs sehr viel Applaus. Zwischen den Liedern erzählte er einiges vom Leben der Indianer heute und ihrer Kultur und erklärte die Bedeutung einiger Texte. So schrieb er einen Song, in dem der Büffel zu den Lakota spricht, in einem anderen zählte er die verschiedenen Indianerstämme und die an ihnen von den Weißen begangenen Verbrechen auf - ein sehr bewegendes - und vor allem langes Lied!! Dann kam es zu einem kleinen „Zwischenfall“ - eine kleine Spinne hatte begonnen, ihr Netz ausgerechnet an Mitchs Gitarre zu spinnen und wurde von ihm vorsichtig an die Tipiwand gesetzt. Dann wurde es zum Schluss noch einmal lauter und Mitch verlangte sich und seiner Gitarre alles ab. Ich war von seiner Stimme beeindruckt - eben noch klar und gefühlvoll, dann rauchig-lässig und anschließend mitreißend fest - er legte sehr viel Gefühl in die Darbietung seiner Songs. Mitch war zum Ende des Konzertes sichtlich erschöpft (er war am selben Tag mit dem Auto aus Erlangen angereist), aber spielte noch 3 Zugaben, die die begeisterten Besucher einforderten. Anschließend erzählte er, dass er bei einem seiner letzten Deutschlandaufenthalte zum ersten Mal einen Winnetou-Film gesehen hatte und die Darstellung der Indianer – nun ja, als ziemlich entfernt von der Realität empfand, aber er meinte dann, ohne Karl May wäre er heute Abend sicher nicht hier, denn ohne ihn gäbe es in Deutschland/Europa nicht dieses große Interesse an den Indianern. Das kann man besser eigentlich nicht sagen! Dann bat Mitch noch um Respekt für die indianische Lebensweise und meinte, der wahre indianische Weg sei ein spiritueller und dieser Weg stünde nun mal nur Indianern offen. So bete er vor jeder Tour um gutes Gelingen und um Gesundheit für seine in Amerika verbliebene Familie. Die kleine Spinne, die in aller Seelenruhe - während er ganz schön energisch seine Gitarre bearbeitete - ihr Netz gewoben hatte, war für ihn die Antwort seiner Ahnen, die auch hier in Deutschland über ihn wachten. Zum Schluss erzählte er noch einen Witz, der in Amerika unter den Natives kursiert: In Europa gäbe es mehr Medizinmänner als in Amerika bei den Indianern. Bemerkenswerte Worte.

Anschließend signierte Mitch noch seine CDs und seine beeindruckende Biographie. Wer etwas aus dem Leben eines heutigen Indianers und über die unfassbaren Zustände auf den Reservationen erfahren möchte, dem sei das Buch von Mitch Walking Elk – "There will be no surrender" (Traumfängerverlag) wärmstens empfohlen!

Ein wirklich gelungener Abend mit toller, sehr abwechslungsreicher Musik in einem wunderschönen Ambiente – Tipi, Blockhaus, Fackeln - wir bedanken uns herzlich beim Team des Karl May Museums in Radebeul, dass wir an diesem schönen Abend teilnehmen durften und One Spirit den Besuchern näher bringen konnten. WOPILA TANKA!

Unser Stand Unser Stand Unser Stand

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Bildnachweis: die ersten 2 Fotos mit freundlicher Genehmigung von Frau Barnitzke, Karl-May-Museum; alle weiteren K. Schacht, One Spirit