Wir wollen heute die Gelegenheit nutzen, um einmal all den freiwilligen Helfern, die bei der monatlichen  Lebensmittelverteilung helfen, zu danken. Die Zusammenarbeit von Lakota und den Unterstützern von One Spirit macht dies erst möglich.

Filling boxes

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Freitag vor Ostern sollte ich nach Chadron zu Walmart fahren, um Schinken und Ostersüßigkeiten für das Lebensmittelprogramm abzuholen. So eine Fahrt ist für mich immer eine gute Gelegenheit, um nachzudenken. Der letzte „Food Day“, also der Tag an welchem wir immer die Lebensmittelboxen ausliefern, war ja schon wieder eine Weile her und mit ihm waren auch die Erinnerungen an all die Arbeit verblasst, aber als ich all den Schinken sah und dann beim Fahren das Gewicht der 2 Paletten mit dem Schinken im Anhänger spürte, habe ich wieder einmal realisiert, wie groß der „Food Day“ mittlerweile geworden ist.

Eingeschneit!

Später am Abend fuhr ich zu unserer üblichen freitäglichen Bowling-Nacht und wurde eingeschneit, in Martin, Süd-Dakota. Der Sturm hat uns völlig überrascht und nachdem ich mit den anderen zur Straße gelaufen war, sahen wir, dass die Polizei die Straße wegen der Schneemassen gesperrt hatte. Leider war das genau die Route, die Mark, der Farmer, welcher uns mit den Lebensmitteln für den „Food Day“ versorgt, immer mit dem Kühltruck nimmt. Ich verbrachte also die Nacht in einem Motel, aber an fremden Orten schlafe ich nie gut, also war ich die halbe Nacht wach und wurde dann frühmorgens von den vorbeifahrenden Schneepflügen geweckt. Sofort versuchte ich, Mark telefonisch zu erreichen. Als ich ihn endlich erwischte, teilte er mir mit, dass der Truck mit Ed Long, dem heutigen Fahrer, schon in Kadoka und damit kurz vor Martin sei. Ich rief Ed an, um ihn über den schlechten Zustand der Straße zu informieren,aber er wusste schon Bescheid. Ich erklärte ihm, dass ich ebenfalls in der Nähe sei. Ed fragte mich, was für ein Auto ich fahre und witzelte, er würde im Straßengraben nach mir Ausschau halten.

Genug vom Wetter, wir schafften es trotzdem nach Pine Ridge und zwar pünktlich 10 Uhr morgens! Ehrlich gesagt, sogar ein kleines bisschen eher. Ich bin sicher, der Große Geist hat über uns gewacht und für eine sichere Heimfahrt gesorgt – naja, und die Schneepflüge, die gottseidank schon sehr zeitig unterwegs waren.

Für die gute Laune zuständig

Üblicherweise warten schon die Helfer an der Indian Action Garage, also unserem Hauptquartier und nehmen den Kühltruck in Empfang. Mittlerweile haben sie viel Übung im Entladen des LKWs und dem Beladen der Autos der Fahrer, die die Lebensmittelboxen dann verteilen. Als ich von der Bank mit dem Benzingeld für die Fahrer wiederkam, war der LKW schon entladen und wieder auf dem Rückweg – wir waren also im Zeitplan - und das alles trotz des vielen Schnees!

Mittlerweile habe ich nicht mehr einen, sondern mehrere „Assistenten“, die mich am Lebensmitteltag unterstützen. So unter anderem Mike Markus, Ashley Rabbit, Dale Pine und natürlich die Fahrer, die alle schon sehr zeitig kommen, um beim Entladen des großen Trucks zu helfen. Glücklicherweise brachten sie die frohe Botschaft mit, dass die Straßen, die in den Süden der Reservation führen, schneefrei waren.

Ein Mann, der uns alle motiviert, ist Warren Blue Bird (Warren Blauvogel). Er war auch dabei und er hatte den besonderen Job, alle zum Lachen zu bringen. Er ist eine große Stütze für das One Spirit Lebensmittelprogramm, so wie alle Helfer! Der Lebensmitteltag ist immer ein besonderer Tag für die Lakota und wir sind ja bekannt dafür, ernste Situationen gern mal mit ein bisschen Humor aufzulockern und darin ist Warren besonders gut. Das nimmt etwas die Spannung und Anstrengung aus der ganzen Aktion. Manchmal hat er die ganze Crew um sich versammelt während er eine seiner Geschichten erzählt. Er ist einer von Dale Pines Studenten und er hört immer noch sehr auf seinen alten Lehrer. Als Dale also zu ihm sagte, er sei unser „tanzender Osterhase“ führte er sofort und zur Belustigung der ganzen Mannschaft einen Osterhasentanz auf! (siehe Video siehe unten). Das war seine Aufgabe in unserer Mission, unseren Stamm mit Lebensmitteln zu versorgen.

 

Warren als tanzender Osterhase

 

Filling Boxes

Fleißige Helfer

Unsere Fahrer sind alle gut geschult und erfahren. In diesem Monat war wieder Ohitika Sierra (Mutige Sierra) dabei. Sie leistet eine großartige Arbeit und ist sehr engagiert, dem Oglala-Distrikt zu helfen. Für den Manderson-Distrikt war Webby Two Bulls (Webby Zwei Bullen) verantwortlich; sie war zum 4. Mal dabei. Maria Helper, mit eiserner Entschlossenheit und Zuya White Plume (Zuya Weiße Feder) waren für die Wounded-Knee-Strecke zuständig. Das Porcupine-Gebiet wurde von Holly Tail übernommen; sie stammt von dort und kennt sich also bestens aus und ihre Kinder lieben unsere Ostersüßigkeiten.

Das Kyle-Gebiet wurde an einen Neuling vergeben, John Water, der in Allen lebt. Er wollte eigentlich auch dort die Lebensmittel verteilen, aber dies ist nun mal Ashley Rabbits Gebiet und bei den letzten zwei Lebensmitteltagen hatte sie einen 100%-igen Lieferungserfolg, also wollten wir nicht einen Neuling in dieses Gelände schicken. Jaja, man muss sich seine Anerkennung bei uns erstmal verdienen! ; -)  Aber es sieht ganz so aus, als hätte er eine gute Arbeit gemacht. Als er mich abends anrief, fragte er mich, ob er dies nächsten Monat wieder so machen könne; es scheint ihm also gefallen zu haben.

Also ist Ashley wie immer nach Allen gefahren, diesmal mit Unterstützung durch John Dubray. Sie kamen guter Dinge und mit ein paar schönen Erlebnissen zurück.

Der Red-Shirt-Distrikt wurde von Tyra Two Bulls übernommen, die wie immer sehr gewissenhaft arbeitet. Wir hatten noch nie eine Beschwerde, dass eine Lieferung nicht angekommen ist, aus diesem Gebiet.

Die Helfer, die den Truck entladen und die Lebensmittelkisten zusammenpacken, sind alle genauso engagiert und ein ebenso wichtiger Teil der One Spirit-Mannschaft, wie die Fahrer. Diesmal haben uns Anthony Brewer, Warren und Ronald Blue Bird, Jamie Ghost, Tim Sullivan, Mike Marcus, Dale Pine und Jacey Sierra sehr geholfen.

 

At the garage

Kleine Hindernisse

Der Grund, warum ich anfangs über den Schneesturm berichtet habe, war folgender: Er hatte leider Auswirkungen auf die Verteilung der Süßigkeiten. Eigentlich wollten wir die 200 Beutel teilen, so dass wir ein paar Süßigkeiten für jede Lebensmittelbox gehabt hätten, aber da die Entlade-Crew diese Info zu spät bekam, hatten sie die 200 Beutel in die ersten 200 Kisten gepackt, so dass wir nichts mehr für die Kisten für das Pine Ridge-Gebiet hatten.

Viele glückliche Gesichter

Und so gab es durch One Spirit eine Osterfreude für viele Menschen auf der Reservation, indem sie eine prall gefüllte Lebensmittelbox erhielten, und das nach einem Schneesturm! Die eine Seite der Reservation war 2 Zoll (ca. 5 cm) mit Schnee bedeckt, die anderen Gebiete hatten sogar einen Fuß (ca. 30 cm) Neuschnee gehabt. Gemeinsam haben wir es geschafft, dass all diese Menschen ein frohes Osterfest hatten. Dafür einen herzlichen Dank an all die Sponsoren!!

Manchmal sehen wir all die Fehler, die wir machen, sehr deutlich und in der Vergangenheit hatten wir oft das Gefühl, nur für die Dinge, die nicht so gut klappten, bekannt zu sein. Daher heute auch einmal ein Dankeschön, das Sie als Sponsoren so lange zu uns gehalten haben, auch in der schwierigen Anfangszeit. Vielen Dank auch für Ihr Vertrauen, dass Sie uns schenken. Wir verteilen die Lebensmittel, die Sie uns finanzieren, an die Leute, die sie am nötigsten brauchen. Vielen Dank auch für Ihr Verständnis, wenn wir bei der Verteilung mal an unsere Grenzen stoßen und manche Familien ihr Lebensmittelpaket nicht erhalten, weil wir sie nicht zuhause angetroffen haben oder der Zustand der Straßen eine Lieferung unmöglich machte.

Vielen Dank, dass Sie so vielen Familien frohe Ostern beschert haben, ich habe viele glückliche Gesichter gesehen!

Zusätzlich zu den 300 Familien, die auf unserer Lieferliste stehen, konnten wir mehr als 70 Personen, die zu uns in die Indian Action Garage kamen und nach Lebensmitteln fragten, mit Essen versorgen. Vielen Dank! Wopila tanka!

Bericht von Bamm Brewer
Leiter Lebensmittelprogramm

 

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