Am 28. Mai war es wieder soweit – Lebensmittel sollten auf der Reservation verteilt werden. In diesem Monat wollten sich 4 Mitarbeiter von One Spirit (Jeri Baker und Lisa Knouff, OS USA; Anne Christophe, OS Frankreich und Gabriela Trümper, OS Deutschland) über den Ablauf vor Ort informieren.

Auslieferteam

Auslieferteam für Oglala - Ohitika Sierra, Lisa Knouff, Gabriela Trümper (v. r.)

 

Während unserer Zeit auf der Reservation haben wir 4 bei Rosie Freier auf der Singing Horse Trading Post gewohnt. Diese liegt auch auf der Reservation, nördlich von Pine Ridge und gehört zur Gemeinde Porcupine. Für die Fahrt von dort nach Pine Ridge brauchten wir 45 Minuten und waren gegen 10.00 Uhr morgens da. Bei der Aktion war auch Jeff, ein Freund aus New York sowie Kelly Farrill, die Sponsorin einer Familie mit dabei.

Das Verteilzentrum (Indian Action Garage) liegt etwas außerhalb am nördlichen Ende der Gemeinde Pine Ridge, so dass wir nicht durch den Ort fahren mußten. Als wir ankamen, war noch alles leer und nur ein paar Leute vor Ort. Der Lkw mit den Lebensmitteln war auch noch nicht eingetroffen. Im hinteren Bereich des Verteilzentrums war ein Schlagzeug sowie die Musikanlage von Bamms Band aufgebaut. Jeff, der ebenfalls Musiker ist, ließ es sich nicht nehmen, gleich mal ein paar Takte zu spielen.

Indian Action Garage Jeff
Indian Action Garage Jeff


Während dessen trafen noch mehr Helfer ein und schließlich auch Mark Rilling mit einem Anhänger voll Obst und Gemüse sowie einer Palette mit Pappboxen.

Anlieferung Lebensmittel Ausladen des Hängers Familie Rilling
Die Lebensmittel kommen Ausladen der Boxen Familie Rilling

 

 

Sobald der Pick-up mit Hänger in der Garage stand, begann das Ausladen. Da sehr viele Leute dabei halfen, war der Anhänger in einer halben Stunde leer und wurde wieder rausgefahren. Der nun freie Platz in der Mitte füllte sich innerhalb kürzester Zeit mit leeren, jetzt zusammengefalteten Boxen. Es handelte sich hierbei um sehr stabile Pappboxen, die man, wenn die Lebensmittel verbraucht sind, auch gut noch für andere Zwecke verwenden kann.

Anne hilft beim Entladen Beim Füllen der Boxen Kleine Helfer 
Anne hilft beim Entladen Füllen der Boxen Kleine Helfer

 

Bamm Brewer, der in der Zwischenzeit gekommen war, hatte den Überblick, wie viel von jeder Gemüsesorte bzw. Obst und Fleisch jeweils in eine Box kommen sollte und gab entsprechende Anweisungen.

 

Inhalt der Box

Inhalt der Lebensmittelbox im Mai

Aufgrund der vielen Helfer waren die Boxen innerhalb einer Stunde gefüllt und die Verladung auf die Auslieferfahrzeuge begann. Zu diesem Zeitpunkt kamen bereits die ersten Familien zum Verteilzentrum, um ihre Box persönlich abzuholen. Sie bekamen sie ausgehändigt und mußten den Empfang bei Bamm auf einer speziellen Liste quittieren. Jeder der Auslieferungsfahrer bekam ebenfalls eine solche Liste ausgehändigt. Darauf standen die Adressen der Empfänger und die Art der Box (Lebensmittel, Hygiene), die sie jeweils erhalten sollten und auf dieser Liste mußte auch jeweils der Empfang quittiert werden. Ganz ohne Bürokratie geht es auch hier nicht!

 

Ohitika Sierra liefert im Bereich Oglala aus. Ihr Pickup wurde als erster beladen und ging auf Tour. Lisa Knouff und ich folgten ihr in unserem Auto und nahmen ihre 2 Töchter mit, die auch schon beim Füllen der Boxen geholfen hatten. Sie hatte 45 Boxen geladen und außerdem noch ein paar Kartons mit Toastbrot, von dem jeder Empfänger auch eine Packung erhielt. Wir würden also einige Stunden unterwegs sein.

Laden des Pick-ups Beginn der Tour
Laden des Pick-ups Beginn der Auslieferung

 

Die Fahrt ging nicht sehr lange über geteerte Straßen, vielmehr gab es bald nur noch geschotterte oder einfach unbefestigte Wege. Von Straßen konnte man stellenweise nicht mehr sprechen. Wir hatten Glück und einen Tag für die Auslieferung erwischt, an dem es heiß und trocken war. Aufgrund der Spurrinnen im Boden konnten wir uns aber lebhaft ausmalen, wie es wohl bei Regen, Schnee oder Eis aussehen würde und es war ganz klar, ohne hochbeiniges Auto mit Vierradantrieb ging hier gar nichts.

Zunächst lieferten wir direkt in Oglala aus. Das ging relativ schnell, da wir in manchen Straßen nur von Haus zu Haus fahren mußten, bzw. die Leute von sich aus schon zum Pick-up kamen, sobald wir vor einem Haus hielten und mit dem Abladen begannen. Sie freuten sich über die frischen Lebensmittel und sagten uns auch, dass sie jeden Monat sehnsüchtig auf die Auslieferung warteten. Auch hier war natürlich die Bürokratie mit an Bord: Ohitika hatte von Bamm Auslieferlisten mit den Adressen der Empfänger bekommen und sie ließ dann jeweils den Empfang quittieren.

 

Lisa beim Entladen  Der Empfang wird quittiert  Glückliche Großmutter 
Lisa beim Entladen Der Empfang wird quittiert Glückliche Großmutter 

 

Nachdem in Oglala alle Boxen zugestellt waren, fuhren wir zu den Menschen, die außerhalb wohnen, aber zur Gemeinde gehören. Einige Häuser und Trailer stehen ziemlich abseits der Durchgangsstraßen und sind nur über enge und teilweise steile unbefestigte Wege zu erreichen. Hier zeigt sich wer Auto fahren kann und wer nicht! Wir wurden auch von diesen Empfängern freudig begrüßt. Unter ihnen waren etliche Großmütter mit ihren Enkelkindern. Sie alle bestätigten uns, dass sie ohne die regelmäßige Lebensmittelbox von One Spirit große Probleme hätten, alle Kinder satt zu bekommen. 

Nach ca. 4 Stunden war die Tour beendet und wir fuhren zur Indian Action Garage zurück. 5 Boxen hatten wir nicht ausliefern können, da die Empfänger nicht zu Hause waren. Normalerweise wird in einem solchen Fall die Box am nächsten Tag zugestellt.

Nach und nach kamen auch alle anderen Auslieferfahrzeuge zurück. Wir fanden Bamm neben dem Gebäude am Grill stehen und Hamburger grillen. Alle Helfer kamen noch zu einem Essen zusammen, bevor sich die Runde bis zum nächsten Termin auflöste.

 

Fazit:
- Der Lebensmitteltag ist gut durch organisiert. Das Entladen des Lkws und das Befüllen der Boxen ging dank der vielen Helfer sehr schnell, so dass auch die Auslieferfahrzeuge früh auf Tour gehen konnten.
- Die Lebensmittelhilfe ist dringend nötig. Die Leute, bei denen wir angeliefert haben (im Bereich Oglala), haben alle bereits auf die Lieferung gewartet, da sie knapp an Essen waren und ich gehe davon aus, dass es in den anderen Bereichen auch nicht anders ausgesehen hat. Spenden für Lebensmittel sind also nach wie vor sehr wichtig.