Helfen wir 1.000 jungen Lakota sich vor Ort am Protest gegen die Dakota Access Pipeline (DAPL) zu beteiligen!

One Spirit sammelt Spenden, um 1000 Lakota-Jugendlichen von der Pine Ridge Reservation in Süddakota die Reise zum Protestcamp in Norddakota zu ermöglichen. Das Protestcamp gegen die „Dakota Access Pipeline“, die täglich ca. eine halbe Million Barrel Rohöl von den Ölfeldern in Norddakota über Süddakota und Iowa bis nach Illinois transportieren soll, befindet sich am Zusammenfluss von Missouri und Cannonball in Norddakota. Obwohl es sich um den Nachbarstaat von Süddakota handelt, fehlen den jungen Leuten die Mittel, diese Reise aus eigener Kraft zu bewältigen, um ihre Brüder im Norden unterstützen zu können. Die Lakota-Jugend bittet Sie daher um Spenden, um den Transport, Zelte, Schlafsäcke und Lebensmittel finanzieren zu können.

Die Standing Rock Lakota Sioux führen den Protest gegen die Pipeline, die weniger als eine Meile entfernt von ihrer Reservation in Norddakota verlaufen soll, an und kämpfen für den Schutz ihres Trinkwassers, ihres Landes und ihres kulturellen Erbes. Der Bau der Pipeline, welcher von der Firma Energy Transfer Partners durchgeführt wird, hat bereits den Indianern heilige alte Begräbnisstätten, Gebetsorte und Artefakte zerstört und verstößt damit gegen verschiedene Bundesgesetze u.a. gegen den National Historic Preservation Act (Gesetz zur Erhaltung historischer Stätten). Die Standing Rock Lakota befürchten, dass durch die Pipeline noch weitere, außerhalb des Reservationsgebietes liegende heilige Stätten, zerstört werden. Außerdem ist die Trinkwasserversorgung in Gefahr. Die Pipeline soll in der Nähe des Oahe-Stausees verlaufen. Dieser Stausee dient zur Stromgewinnung, aber wird auch für die Trinkwasserversorgung in Nord- und Süddakota genutzt. Die Lakota befürchten nun, dass dieses Trinkwasser durch Leckagen, die erfahrungsgemäß immer wieder an Pipelines auftreten, das gesamte Trinkwasser verseucht und unbrauchbar wird. Sie werden in ihrem Protest mittlerweile von Mitgliedern 280 verschiedener Stämme unterstützt und auch die Lakota-Jugend aus der Pine Ridge Reservation möchte sich den Ältesten anschließen und gemeinsam mit ihnen für ihre Kultur kämpfen.

Das wäre nicht nur eine große und öffentlichkeitswirksame Unterstützung für die Protestbewegung, sondern könnte auch ein Wendepunkt in der traurigen Geschichte der Selbstmorde unter Jugendlichen auf der Pine Ridge Reservation sein. Diese haben in den letzten 2 Jahren dramatisch zugenommen und als Westeuropäer fragt man sich entsetzt, was 12 (!) -17 jährige Jugendliche dazu bringt, ihr Leben zu beenden. Schauen Sie sich diese Zahlen an:

- 97% der Bewohner der Reservation leben unterhalb der staatl. Armutsgrenze
- die Arbeitslosigkeit auf der Reservation beträgt zwischen 85 und 95%
- das Durchschnittseinkommen der Bewohner beträgt weniger als 3.500 $ pro JAHR
- 75% der Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss
- mindestens 75% der Häuser und Wohnungen auf der Reservation haben keinen Strom,
  kein fließend Wasser, keine Isolation und auch keinen Abwasseranschluss
- die Lebenserwartung der Bewohner ist die kürzeste in der westlichen Hemisphäre- außer in Haiti

Es herrscht also eine „3.Welt-Situation“ – in den USA, einem der reichsten und mächtigsten westlichen Länder!

 Jugendliche gegen DAPL

Trotz dieser schwierigen Lebensumstände brennt die Lakota-Jugend dafür, ihr Volk zu unterstützen und etwas zu tun, um die Geschichte, die gerade geschrieben wird, mitzugestalten. Viele Oglala Lakota haben bereits eine wichtige Rolle bei dem Protest gegen die Pipeline gespielt. Viele Jugendliche haben bis jetzt ihre Ältesten aus der Ferne unterstützt, möchten aber jetzt zu dem Protestcamp reisen, um vor Ort ihre Stimme zu erheben. Sie haben das Gefühl, dass sie eine Stimme haben und diese auch gehört werden soll! Junge Läufer aus Pine Ridge haben das Camp am Abend des 2. Oktobers erreicht, nachdem sie mehr als 500 Meilen (ca. 805 km!) gerannt sind, um ihre Unterstützung mit der Bewegung zu zeigen.

Helfen Sie uns, damit 1000 Jugendliche ebenfalls dieses Ziel erreichen!!!

Wir bitten Sie hier nicht um die Unterstützung für eine „lustige Klassenfahrt“ und damit die Jugendlichen mal rauskommen, sondern um Hilfe beim Kampf gegen eine Politik, die große Konzerne unterstützt, noch mehr Profit zu machen, auch auf Kosten der Umwelt und der Ureinwohner dieses Landes. Das ist diesen Jugendlichen ein sehr wichtiges Anliegen. Sie merken, dass sie eine Stimme haben und diese für ihre Gemeinschaft, ihre Kultur, ihr Erbe erheben können und mit diesem Protest etwas erreichen können, was ganz wichtig für diese jungen Leute ist. So wurde im Laufe des Protestes der Bau vorläufig gestoppt, bis zu einer Gerichtsverhandlung, die eine Klage der Standing Rock Lakota verhandeln soll. Viele Oglala Lakota waren schon im Protestcamp, um ihre Brüder aus dem Norden zu unterstützen. Mittlerweile sind Indianer von 280 verschiedenen Stämmen aus den ganzen USA, Kanada und Mexiko sowie „Nichtindianer“ weltweite Unterstützer des Protestes, wobei sich die Indianer nicht als Protestler, sondern als Beschützer und Bewahrer des Landes sehen.

Mittlerweile ist der Baufirma der Protest zu groß geworden, sodass sie ihrerseits Klage gegen die Indianer eingereicht hat, da „die Sicherheit der Bauleute und die Strafverfolgung“ nicht mehr gewährleistet sei. Es wurden bisher 28 Verhaftungen vorgenommen, darunter war auch David Archambault, Stammesratsvorsitzender der Standing Rock Lakota Sioux.  

 

Technische Fakten und Hintergründe:

Bei der Dakota Access Pipeline der Firma Energy Transfer Partners mit Sitz in Dallas, Texas, handelt es sich um ein Projekt mit einem Budget von 3,8 Mrd. US Dollar  (ca. 3,4 Mrd. €). Die Pipeline mit einer Länge von ca. 2.000 km soll nach Fertigstellung täglich ca. eine halbe Million Barrel Rohöl von den Ölfeldern in Norddakota durch Süddakota und Iowa zu einer bereits existierenden Pipeline in Patoka, Illinois transportieren. Ab Patoka können Märkte im Mittelwesten und an der Golfküste erreicht werden.

Warum wird protestiert?

Der Stamm der Standing Rock Lakota klagt staatliche Behörden an, die Ölpipeline, die die größte Kapazität bei der Beförderung von Rohöl von den Ölfeldern in Norddakota haben wird, genehmigt zu haben. Die Klage des Stammes, die im letzten Monat beim Bundesgericht in Washington eingereicht wurde, richtet sich gegen die Entscheidung von Ingenieuren der US Armee, Genehmigungen für mehr als 200 Flußüberquerungen der Pipeline in 4 Bundesstaaten erteilt zu haben. Der Stamm argumentiert, dass die Pipeline, die im Abstand von weniger als einer Meile nördlich der Reservation vorbei führen soll, das Trinkwasser von mehr als 8.000 Stammesmitgliedern und weiteren Millionen Menschen, die weiter südlich wohnen, gefährden könnte. Die Klage, die im Namen des Stammes von der Umweltgruppe Earthjustice (Gerechtigkeit für die Erde) eingereicht wurde, führt aus, dass das Projekt gegen mehrere Bundesgesetze verstößt, einschließlich des National Historic Preservation Acts (Gesetz zur Erhaltung historischer Stätten). Der Stamm befürchtet, dass das Projekt alte heilige Stätten, die außerhalb der Reservation liegen, zerstört. Die Anhörung wegen der Forderung des Stammes nach einer einstweiligen Verfügung ist für Mittwoch vorgesehen. 

Wer sind die Protestierer?

Die meisten sind Mitglieder des Standing Rock Sioux Stammes, jedoch schließen sich ihnen immer mehr Indianer anderer Stämme und auch Nichtindianer aus dem ganzen Land an. Die Schauspielerin Shailene Woodley, die im Film "Die Bestimmung" (Englischer Titel "Divergent") zu sehen ist, nahm in der letzten Woche an den Protesten teil.

Verhaftungen

Indianer haben seit mehreren Monaten in einem "Spirit Camp" am Zusammenfluß des Cannonballs und des Missouris, wo die Pipeline verlaufen soll, friedlich protestiert. Mehr als ein Dutzend junger Leute aus der Reservation sind von Norddakota nach Washington gelaufen, um 140.000 Petitionen gegen den Bau der Pipeline zu übergeben.
In der letzten Woche änderte sich der Protest, als eine Strafverfolgung befohlen wurde, um den Frieden zwischen den Protestierenden und den bewaffneten Sicherheitsleuten, die von der Baufirma angestellt waren, zu erhalten. 28 Menschen wurden seitdem verhaftet und der Behinderung des Baus der Pipeline angeklagt. Unter den Angeklagten befindet sich auch der Stammesratsvorsitzende der Standing Rock Lakota Sioux, David Archambault. Die Baufirma strengte am Montag eine Klage vor dem Bundesgericht an, um die Protestierenden zu stoppen mit der Begründung, die Sicherheit der Arbeiter und die Strafverfolgung seien nicht mehr gewährleistet.

Ist die Pipeline sicher?

Die Firma sagte, dass es Schutzvorrichtungen an der Pipeline geben wird wie z. B. Leckorter und Arbeiter, die die Pipeline per Fernwartung von Texas aus überprüfen und die auch in der Lage wären, in beschädigten Bereichen der Pipeline die Ventile von dort aus innerhalb von 3 Minuten zu blockieren, falls eine Leckage entdeckt wird

Wofür wird sie gebraucht?

Die Firma Energy Transfer Partners hat den Bau der Dakota Access Pipeline im Jahr 2014 angekündigt, ein paar Tage, nachdem der Gouverneur von Norddakota, Jack Dalrymple, die Industrie und Regierungsvertreter aufforderte, mehr Pipelines zu bauen, um mit der bundesstaatlichen Ölproduktion, die nur mit der des Staates Texas verglichen werden kann, Schritt zu halten. Befürworter sagten, dass die Pipeline neue Märkte für die Öl- und Gasvorkommen des Staates schaffen und den Transport des Öls per Lkw oder Bahn vermindern würde. Insbesondere der Bahntransport war in der letzten Zeit in die Kritik geraten, nachdem sich einige schlimme Bahnentgleisungen mit Zügen, die Rohöl aus Norddakota transportierten, ereignet hatten. Eine davon trug sich ganz in der Nähe von Casselton, dem Heimatort von Jack Dalrymple im Jahr 2013 zu. Außerdem  wurden durch eine Explosion, die im selben Jahr in Quebec stattfand, 47 Menschen getötet.