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Zusammen sind wir eins- wir sind alle verwandt.

 

Guten Morgen Stammes-Familie und Freunde,

Einst gab es einen jungen Mann und eine junge Frau, die vom Großen Geist aus einem ganz bestimmten Grund hergeschickt wurden: Als sie jung waren, hatten sie ein hartes aber auch glückliches Leben. Als sie aufwuchsen, erlebten sie viel Kummer und mussten schwierige Situationen meistern, so wie die Menschen um sie herum. Als sie sahen, dass ihr Volk so viele Schwierigkeiten hatte, wollten sie etwas tun und die Situation zum besseren ändern. Einige Leute verspotteten sie, andere sprachen ihnen Mut zu. Egal was auch geschah, die zwei machten einfach weiter und ihr Volk war nun stolz auf sie.

 

Manchmal kamen sie vom „Roten Pfad“ der Lakota ab und stürzten, aber sie rappelten sich immer wieder auf und führten das aus, was der Große Geist für sie vorgesehen hatte. Manchmal gab  es Momente in ihrem Leben, da fragten sie sich, was sie eigentlich taten auf dieser Welt. Dann beteten sie und erfuhren Bestätigung, in dem was sie taten und führten ihre Arbeit für ihr Volk fort.

Am Ende eines langen Weges voller Mühen hielten sie inne und sahen nach vorn: der weitere Weg vor ihnen sah traurig aus und einsam; er erschien ihnen sehr steil und hart. Sie hielten an und ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit überkam sie- es gab noch so viel zu tun, aber sie hatten einfach keine Kraft mehr, um weiter zu gehen. Ihre Füße schmerzten von all der harten Arbeit, die sie geleistet hatten und sie wollten aufgeben.

Doch als sie sich umdrehten, um zurückzugehen, geschah etwas Seltsames: sie sahen all die Menschen, denen sie bisher geholfen hatten, hinter ihnen auf dem Weg. Es waren viele, sehr viele Lakota, Kinder, Älteste, Kranke, Drogen- und Alkoholabhängige, Leute, die Selbstmord begehen wollten und sogar Kriegs-Veteranen, die an posttraumatischer Belastungsstörung litten. Der Mann und die Frau, die bereit waren, aufzugeben, sahen sich um und bemerkten, dass all diese Menschen sie anlächelten. Die Sonne kam heraus und schien auf die Gesichter der Menschen; sie sahen alle glücklich und zufrieden aus. Da bemerkten sie, dass ihre Füße gar nicht mehr wehtaten und sie sich besser und kräftiger fühlten. Sie hatten plötzlich wieder Kraft und keine Lust mehr, aufzugeben. Sie schauten vorwärts die Straße entlang und sie kam ihnen plötzlich gar nicht mehr so steil vor. Sie schauten nochmals zurück, in die Gesichter all derer, denen sie geholfen hatten und das Lächeln der Kinder trieb ihnen Tränen in die Augen- Tränen der Freude! Dann sahen sich der Mann und die Frau an und sie wussten, sie würden weitergehen. Sie schauten in beide Richtungen ihres Lebens, vorwärts und rückwärts und sie sahen, dass hinter ihnen mehr glückliche Menschen waren, als traurige vor ihnen. Die beiden sahen sich erstaunt an und bemerkten, dass auch sie lächelten. Sie sahen hinunter zu ihren Füßen, die nun nicht mehr schmerzten und sie stellten überrascht fest, dass sie über dem Boden schwebten- getragen vom Lächeln ihres Volkes.

Diese Frau und dieser Mann- das seid IHR- also lasst uns weitergehen! Lasst uns auch heute wieder jemandem helfen und Mut machen! Habt einen schönen Tag, Oglala-Nation und Freunde in der ganzen Welt!! Zusammen sind wir eins- wir sind alle verwandt.

Von Bamm für Euch, all meine Brüder und Schwestern, die hier in der Pine Ridge Indianerreservation leben, der Heimat der stolzen Lakota.