Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer von One Spirit,

ein erfolgreiches Jahr ist zu Ende gegangen und heute wollen wir Ihnen in einem kurzen Rückblick zeigen, was wir im vergangenen Jahr alles dank IHRER/EURER Unterstützung erreichen konnten.

Unser Stand auf dem Karl-May-Fest

Auf der Pine Ridge Reservation hat sich 2015 einiges zum Besseren verändert, so konnte im März das Jugendzentrum in Allen eröffnet werden. Dank großzügiger Spenden können dort jetzt viele Kinder und Jugendliche in einem geschützten Umfeld spielen, lesen, Musik machen und einfach mal Kind sein. Auch die anderen Jugendprogramme, wie der Crazy Horse Ritt oder die erstmalig 2015 durchgeführten Laufcamps wurden durch One Spirit finanziell und organisatorisch unterstützt. So konnten viele Kinder und Jugendliche unbeschwerte Tage in einer drogen- und alkoholfreien Umgebung verbringen und wurden ermutigt, an sich und eine bessere Zukunft zu glauben.

Bei der Eröffnung des Jugendzentrums Instrumente werden ausprobiert Vor der Eröffnung


Ein großer Schritt bei der Bekämpfung des Hungers auf der Reservation konnte erreicht werden: so unterstützt One Spirit im Rahmen des „Bring back the Buffalo-Projektes“ 2 Büffelzüchter bei der Vergrößerung ihrer Herden. Büffelfleisch ist sehr mager und damit ein gutes Lebensmittel für Menschen mit Zuckerkrankheit und Übergewicht, was ja auf Pine Ridge aufgrund der armutsbedingten schlechten Ernährung häufig vorkommt. Noch viel wichtiger ist allerdings der im letzten Jahr begonnene Bau des Schlachthauses. Wenn es fertiggestellt wird, gibt es dann erstmals die Möglichkeit, Fleisch (nicht nur der Büffel, sondern auch von erlegtem Wild) direkt auf der Reservation zu verarbeiten. Es ist vorgesehen, das Schlachthaus von den US-Behörden zertifizieren zu lassen, so dass in Zukunft (wenn die Bewohner der Reservation versorgt sind) auch Fleisch außerhalb der Reservation verkauft werden darf. Zunächst geht es aber erst einmal um die Versorgung der eigenen Bevölkerung.

Das Schlachthaus schafft nicht nur Arbeitsplätze, vielmehr wird damit auch wieder ein Stück Hilfe zur Selbsthilfe verwirklicht und bringt uns unserem langfristigen Ziel, die Lakota von Lebensmittellieferungen unabhängig zu machen, wieder ein Stück näher. Insgesamt gehen die Bestrebungen dahin, bei der Ernährung wieder mehr auf das traditionelle Essen der Lakota zu setzen, das den Stamm vor der Reservationszeit gesund und stark erhalten hat. Dazu gehören vor allem das bereits erwähnte Büffel- und anderes Wildfleisch sowie heimische Beeren und Pflanzen wie z. B. Tipsila (Prärierübe).

Auch sonst gab es einige Änderungen beim Lebensmittelprogramm: die Familien sind aufgerufen, sich ihre Lebensmittelboxen selbst abzuholen, um Kosten bei der Auslieferung zu sparen. Außerdem wird an sogenannten „Lebensmittelbanken“ gearbeitet, dies sind ständige Lebensmittelausgabestellen, die an verschiedenen Stellen auf der Reservation eröffnet werden sollen. Den Menschen soll hierdurch die Möglichkeit gegeben werden, jederzeit bei Bedarf Lebensmittel zu erhalten. Auch ist der Bau von Gewächshäusern und Gemüsegärten zur Versorgung mit frischem Gemüse geplant. Das alles schafft natürlich auch neue Arbeitsplätze auf der Reservation. 

Büffel

Dann erhielt One Spirit im Dezember noch ein großartiges Geschenk: so wurde im 3. Anlauf auf der Charity-Plattform „Kind Causes“ eine Spende von 10.000 $ für das Feuerholzprogramm gewonnen. Das ist eine Riesenunterstützung für uns und bedeutet warme Unterkünfte für viel Lakota, denen mit diesem Geld Holz und Gas zur Verfügung gestellt werden kann. Herzlichen Dank an alle, die mit ihrer Stimme auf „Kind Causes“ für diesen Erfolg gesorgt haben!

Bei der Holzbearbeitung Holzbearbeitung Holzbearbeitung


Aber auch One Spirit Deutschland war 2015 aktiv und erfolgreich: Wir haben uns erneut bei den Karl-May-Festtagen 2015 mit einem Infostand präsentiert und konnten einiges an Spenden einnehmen. Erstmalig waren wir bei den Borsdorfer Countrydays dabei und konnten auch dort die Arbeit und die Programme von One Spirit vorstellen und vielen interessierten Besuchern von den Zuständen auf Pine Ridge berichten. Im Sommer durften wir noch beim Konzert des indianischen Künstlers Mitch Walking Elk im Karl May Museum in Radebeul dabei sein und hatten auch dort wieder viele interessierte Besucher an unserem Stand, sodass wir 2015 einiges an Spenden in die USA schicken konnten.

Mitglieder von OSD am Stand beim Karl-May-Fest

Außerdem freuen wir uns über neue Mitglieder und neue Sponsoren, die One Spirit unterstützen.

Wir hoffen sehr, dass auch 2016 ein gutes Jahr für die Lakota werden wird und wir gemeinsam mit den Lakota weiter das Leben auf der Reservation verbessern und die schlimmsten Probleme werden lösen können.

Das sind die Projekte von One Spirit USA: der Ausbau der Lebensmittelbanken und der Gewächshäuser soll weiter vorangehen, das Schlachthaus soll fertiggestellt und in Betrieb genommen werden und vor allem soll die Jugendarbeit weiter ausgebaut werden, denn die Jugendlichen sind die Hoffnung und die Zukunft ihres Stammes. Wenn sie in einer geborgenen, drogen- und alkoholfreien Umgebung aufwachsen, ihre alten Werte und Traditionen weiter pflegen und eine gute Bildung erhalten, kann sich vieles auf der Reservation zum Besseren wenden.

Auch wir in Deutschland haben einiges für 2016 geplant: so wollen wir wieder auf verschiedenen Veranstaltungen im Country- und Westernbereich One Spirit und unsere Arbeit vorstellen sowie gegen Spenden Schmuck und andere Kunstgegenstände einiger Lakota-Künstler abgeben. Auch haben wir uns für den RTL-Spendenmarathon im November beworben. Unser größtes Ziel 2016 ist es jedoch, einige Läufer aus dem Team der Lakota 5 zum Dresden Marathon nach Deutschland zu holen, um auf die prekäre Situation der Lakota aufmerksam zu machen.

Dabei benötigen wir auch 2016 wieder IHRE/EURE Unterstützung. Wir bedanken uns herzlich für das bisher entgegengebrachte Vertrauen, die finanzielle und moralische Unterstützung und hoffen auf eine weitere gute Zusammenarbeit, damit wir gemeinsam mit den Lakota noch viel bewegen können.

Wopila tanka!!